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Hilfe für die Berufs-Rückkehrer

Betriebliches Eingliederungsmanagement verpflichtend für Unternehmen Hilfe für die Berufs-Rückkehrer

Info-Veranstaltung in Göttingen: Arbeitgeber müssen sich frühzeitig um die Rückkehr von kranken Beschäftigten an ihren Arbeitsplatz kümmern.

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Quelle: dapd

Göttingen. Mitarbeiter, die in den vergangenen zwölf Monaten sechs Wochen lang krankgeschrieben waren, haben Anrecht auf ein sogenanntes Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM).

„Ohne ein solches Verfahren sind krankheitsbedingte Kündigungen nichtig“, stellt der selbstständige BEM-Beauftragte Wilfried Kleinhans aus Heringen bei einer Veranstaltung des Göttinger Gesundheits- und Fitnesszentrums Promotio für Personalverantwortliche klar. Gesundheitsprobleme sind nämlich ein wichtiger Grund für Langzeitarbeitslosigkeit. Um gegenzusteuern, nimmt der Gesetzgeber die Arbeitgeber mit Einführung des BEM im Sozialgesetzbuch IX stärker in die Pflicht.

Ziel ist, bereits im Vorfeld zu klären, wo die Ursachen der Erkrankung liegen, und darauf abgestimmt Maßnahmen im Betrieb zu treffen, um den Wiedereinstieg in den Beruf zu ermöglichen. Dazu muss der Arbeitgeber muss einen speziellen Beauftragten ernennen. „Eine solche Person sollte die rechtlichen Rahmenbedingungen kennen und über ein Netzwerk im Gesundheitsbereich verfügen“, erklärt Kleinhans. In den großen Unternehmen übernehmen oft die Schwerbehindertenbeauftragten das Amt.

Der BEM-Beauftragte nimmt Kontakt zum krankgeschriebenen Mitarbeiter auf. Der Patient muss sich nach einer Rechtsbelehrung schriftlich für oder gegen das Verfahren entscheiden. „Wichtig ist, dass alle Beteiligten zu absoluter Schweigepflicht gegenüber dem Chef und der Personalabteilung verpflichtet sind“, betont Kleinhans. Bei Zuwiderhandlungen drohen empfindliche Geldstrafen. Der Kranke soll offen über seine Probleme sprechen können, ohne Angst vor beruflichen Konsequenzen haben zu müssen. Er gibt das Tempo des Verfahrens vor.

Der Göttinger Betriebsarzt Stefan Wagner appelliert an Arbeitgeber, das Verfahren als Chance zu sehen. In Niedersachsen waren die Beschäftigten 2014 im Schnitt 16,9 Tage arbeitsunfähig geschrieben. Jeder Tag kostet das Unternehmen Geld. Es muss den Lohn fortzahlen, ohne eine Gegenleistung zu erhalten, eine Vertretung ist zu organisieren. Die anderen Beschäftigten müssen mehr arbeiten und lassen sich eventuell wegen Überlastung selbst krankschreiben. Termine können nicht eingehalten werden. Die Urlaubsplanung wird schwerer.

Der Chef weiß monatelang nicht, wie es mit dem Langzeiterkrankten weitergeht. Kommen sie dann zurück, finden sie sich nicht sofort in den Arbeitsrhythmus herein.

„Ein Vorteil des BEM-Verfahrens besteht darin, dass, nach vorheriger Zustimmung des Betroffenen, alle Beteiligten hinzugezogen werden können“, berichtet die bei Promotio tätige Ärztin für Prävention und Rehabilitation, Silke von der Heide. Reha-Mediziner vermissten oft den Kontakt zum Betriebsarzt, über den sich Veränderungen am Arbeitsplatz oder in der Arbeitsorganisation besprechen ließen.

Von Michael Caspar

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