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Hilfe, wenn das Stromnetz verrückt spielt

Workshop zum Problem mit sogenannten Oberschwingungen Hilfe, wenn das Stromnetz verrückt spielt

Der zunehmende Einsatz sogenannter Leistungselektronik in der Industrie destabilisiert die Stromnetze der Unternehmen. Das kann zu Kabelbränden, Korrosion und Stromausfällen führen. Lösungsansätze wurden auf einem Workshop des Messtechnikverbands Measurement Valley (MV) präsnetiert.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Göttingen. „So schnell wie diesmal war noch keines unserer Seminare ausgebucht“, meint Michael von Darsen. Der Mitorganisator der Veranstaltung im Göttinger Sartorius College, der beim MV-Mitglied Sartorius seit 2006 für die elektrische Versorgung zuständig ist, weiß um die Brisanz des Themas. „Je mehr Energiesparlampen, Computernetzteile und Antriebe mit Frequenzumrichtern eingesetzt werden, desto mehr belasten sogenannte Oberschwingungen die Stromnetze“, erläutert er. Das führe oft zu unsicherem Betrieb oder Fehlfunktiopnen.

„Das lässt sich mit einem Wasserhahn vergleichen, der ständig voll auf- und dann wieder zugedreht wird“, erklärt Referent Peter Matthes von der Dresdener emacon consulting GmbH. Das Wasser spritzt dadurch teilweise wieder aus dem darunter stehenden Eimer heraus oder der Eimer kippt eventuell sogar um.

„In harmlosen Fällen lassen Oberschwingungen, also Strom, der schneller als die netzüblichen 50 Hertz schwingt, Lichtquellen flackern“, so Matthes. Ernster werde es, wenn sich Transformatoren erhitzten und weniger Leistung brächten. Kondensatoren könnten aufplatzen und zu brennen anfangen. Bei Sicherungen komme es zu Fehlauslösungen. Maschinen fielen aus. Wo geschweißt werde, würden die Nähte unsauber. In Papierfabriken rissen Papierbahnen.

„Ein anderes Problem sind außerhalb der Stromleitungen herumvagabundierende Ströme“, berichtet Ulrich Knoll von der Gustav Hensel GmbH & Co. KG. Strom ströme immer zu seiner Quelle zurück. Bei schlecht geplanten Netzen suche sich der Strom andere Wege, fließe etwa über Heizungsrohre, Metallregale, Treppengeländer oder Datenleitungen. In trockenen Räumen begännen dann plötzlich Eisenteile zu rosten. Rohre würden undicht. Die Edv werde gestört.

„Die Fehlersuche kann sich aufwendig gestalten“, sagt Knoll. „Bei uns gibt es allein in der Reinraumproduktion 1300 elektronische Vorschaltungen“, berichtet Sartorius-Mitarbeiter von Darsen. Es gebe zudem im ganzen Werk in Göttingen 35000 ortsveränderliche elektrische und elektronische Geräte.

Mit verschiedenen Mitteln lassen sich die Netze jedoch stabilisieren, erfuhren die 70 Teilnehmer. Gegen Probleme mit Elektronik würden zum Beispiel sogenannte aktive Filter helfen. „Das kostet Geld“, sagt von Darsen. Wer aber bei der Sicherung der Netze spare, zahle später bei Ausfällen.

Von Michael Caspar

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