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Imker aus Göttingen vermarkten Honig gemeinsam

Völker-Vereinigung Imker aus Göttingen vermarkten Honig gemeinsam

Vier Imker und zwei Imkerinnen aus der Region haben sich zur „Honiggemeinschaft Göttinger Leinetal“ zusammengeschlossen, um ihren Honig gemeinsam zu vermarkten. Seit Anfang Dezember ist er Teil des Regionalsortiments des Rewe-Markts „Riethmüller“ in der Reinhäuser Landstraße.

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Marktbetreiber André Riethmüller (Mitte) kooperiert mit Imkern wie Hubertus Rölleke und Karin Paland.

Quelle: Heller

Göttingen. Die sechs Imker im Alter von Ende 30 bis Ende 50 aus Göttingen, Friedland, Vogelsang und Eddigehausen besitzen zwischen vier und 20 Völker, stellen ihren Honig damit im Hobby her – um von seiner Tätigkeit leben zu können, benötigt ein Imker mindestens 100 Völker. Deshalb die Gründung der Gemeinschaft, wie Hubertus Rölleke erläutert: „Für einen einzelnen ist die Vermarktung schwierig, weil er nicht genug Masse und zu wenige Sorten produziert.“ Zusammen aber kämen sie auf eine ausreichende Menge sowie – aufs Jahr verteilt – sechs verschiedene Sorten und seien somit für Supermärkte interessant.

Rewe-Betreiber André Riethmüller ist von dem neuen Angebotl ganz begeistert. Regional sei in, betont der 35-jährige Einzelhandelskaufmann, und zwar noch mehr als Bio. Für den Anfang plane er mit einem Absatz von rund 1000 Gläsern pro Jahr, was einem Umsatz von rund 5000 Euro entspreche. Ein bescheidener Umsatz, weshalb der Hauptgrund für das Anbieten des Honigs auch ein anderer sei: „Solch ein Artikel dient der Kundenbindung und ist ein Mittel, uns von der Konkurrenz abzuheben.“ Und das sei für jeden Markt fast schon existenziell, angesichts der Tatsache, dass es in Deutschland rund 20 Prozent Supermarkt-Fläche zu viel gebe und die Gewinnmarge im Einzelhandel äußerst gering sei.

Das große Geld verdienen auch die Imker nicht, wie Karin Paland betont: „Unser Stundenverdienst liegt sicherlich unter dem Mindestlohn.“ Allein die Anschaffungskosten für die Ausrüstung betragen mehrere Tausend Euro: „Das muss man erst mal wieder raus haben.“ Trotzdem steigt seit rund fünf Jahren die Zahl der Imker und vor allem der Imkerinnen wieder an, nachdem sie vorher jahrzehntelang kontinuierlich nach unten gegangen war. Laut Dr. Werner von der Ohe, Leiter des international renommierten „Laves – Institut für Bienenkunde Celle“, sei das den Medien zu verdanken: „Ihre – etwas übertriebenen – Meldungen, dass die Biene dabei sei, auszusterben, hat die Menschen tatsächlich aufgerüttelt, und viele entschlossen sich, etwas für die Umwelt zu tun.“

In der Bundesrepublik gibt es rund 100000 Imker, davon etwa 500 im Hauptberuf, die mit circa 800000 Völkern 25 Tonnen Honig (20 Prozent des deutschen Gesamtbedarfs) produzieren. Die Biene ist für die Bestäubung von rund 80 Prozent der heimischen Pflanzenwelt verantwortlich und gilt damit nach Rind und Schwein als das drittwichtigste Nutztier.

Von Hauke Rudolph

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