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„Immer das Unwahrscheinliche im Blick haben“

Paderborner Ingenieur spricht am Donnerstag beim Marketing-Club Göttingen „Immer das Unwahrscheinliche im Blick haben“

„Die Welt wird komplexer und unsicherer“, meint Alexander Fink, Vorstandsmitglied der Paderborner Scenario Management International (ScMI) AG. Wie sich mögliche Zukunftsszenarien entwickeln lassen, verrät der strategische Berater am Donnerstag, 18. Februar, beim Marketing-Club Göttingen.

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Unberechenbare Verläufe: Selbst der Ölpreis fällt überraschend.

Quelle: dpa

Göttingen. „Märkte verändern sich heute schneller und unvorhergesehener als noch vor einigen Jahren“, führt der promovierte Ingenieur im Gespräch mit dem Tageblatt aus. Unternehmer könnten es sich heute weniger denn je leisten, einfach nur das zu machen, was sie immer getan hätten. Zu groß sei das Risiko, abgehängt zu werden. „Aber auch für Trendforscher wird es schwieriger, Vorhersagen zu machen“, räumt er ein. Fink fragt: „Wer hätte vor ein, zwei Jahr den tiefen Sturz des Ölpreises oder die Flüchtlingskrise für möglich gehalten?“

Nächster Termin:

Fink spricht am Donnerstag, 18. Februar, um 19 Uhr im Göttinger Hotel Freizeit In, Dransfelder Straße 3.

Der Berater empfiehlt Firmen, die Unsicherheit zu akzeptieren und eine Offenheit gegenüber mehreren möglichen Szenarien zu entwickeln. Prognosen erstellt er zusammen mit seinen Kunden, zu denen Industrieunternehmen und Dienstleister gehören.

„In den Firmen ist viel Expertise vorhanden, das wir in Workshops aufgreifen“, erläutert Fink das Vorgehen. Mit dabei seien neben Vertretern der Geschäftsleitung auch Mitarbeiter aus der Produktion und dem Vertrieb. Auf Wunsch ließen sich Kunden und Experten hinzuziehen.

Besonderes Augenmerk lenkt der Berater auf die unwahrscheinlichen Szenarien. „Mitte der 80er-Jahre“, berichtet er, „wurde einem deutschen Rüstungskonzern das Szenario eines Zusammenbruchs des Ostblocks und der deutschen Wiedervereinigung vorgelegt.“ Die Verantwortlichen hätten es als „verrückte Idee“ verworfen. Als das Unmögliche ein paar Jahre darauf eintraf, seien sie von der Entwicklung kalt erwischt worden.

„Wir neigen dazu, unser Denken auf einzelne, von uns bevorzugte Trends zu verengen“, erklärt Fink. Wer sich aus dieser „Prognosefalle“ löse, beginne die Zeitung anders zu lesen. Er nähme nun auch Meldungen war, die den eigenen Vorstellungen widersprächen. So lerne ein Unternehmer die Zeichen der Zeit zu erkennen und rechtzeitig zu reagieren.

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