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In Göttingen brummt die Bauwirtschaft

Privater Wohnugnsbau ist der stärkste Treiber der Branche In Göttingen brummt die Bauwirtschaft

„Viele unserer Mitgliedsbetriebe sind sehr gut ins neue Jahr gestartet“, berichtet Christian Frölich, der Obermeister der Bau-Innung Südniedersachsen. Architekten fragten derzeit vorsichtig an, ob es angesichts der vielen Arbeit überhaupt Sinn mache, einem Betrieb eine Ausschreibung zu schicken.

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Rosdorfer Neubaugebiet „Am Freibad“: stark überzeichnete Bauplatzpreise.

Quelle: Harald Wenzel

Göttingen. „Die Privaten bauen und sanieren, weil sie für ihre Ersparnisse derzeit kaum Zinsen bekommen“, erklärt der Obermeister. Finanzierungen seien günstig zu bekommen. Im Neubaugebiet Am Freibad in Rosdorf entständen zum Beispiel gegenwärtig 26 Wohnhäuser. Dreimal überzeichnet seien die Bauplätze gewesen. Dabei seien dort während des ersten Bauabschnitts 2014 und 2015 bereits 26 Wohnhäuser gebaut worden.

„Wir suchen händeringend nach Grundstücken für städtische Wohnungen“, ergänzt Ulrich Franke von der Friedländer L. Baumbach Baugesellschaft. „Die Nachfrage nach Wohnungen im unteren und mittleren Preissegment ist groß“, betont der Obermeister. Daher lohne es sich, über den eigenen Bedarf hinaus „in Betongold“ zu investieren. Der Bauindustrieverband Niedersachsen-Bremen sieht im privaten Wohnungsbau „die stärkste Stütze der Baukonjunktur“ in diesem Jahr, erklärt der Hauptgeschäftsführer Wolfgang Bayer.

„Richtig Gas geben derzeit die Menschen von 55 Jahren an aufwärts“, beobachtet Obermeister Frölich. Sie machten sich ihre Häuser schön, etwa die Bäder. Bei der Fassadendämmung laufe dagegen wenig. Aufgrund der niedrigen Energiekosten fehle vielen das Motiv, tätig zu werden. Hier müsse die Politik Anreize schaffen, wenn sie ihre Klimaschutzziele erreichen wolle.

„Wir haben auch im Bereich Dämmung gut zu tun“, erklärt dagegen Friedrich Henniges vom gleichnamigen Baugeschäft im Eichsfeldort Bodensee. Viele Private isolierten zum Beispiel derzeit ihre Dachböden. Sie brächten in der Niedrigzinsphase ihre Häuser auf Vordermann. Seine Firma, die mit 22 Mitarbeitern zwei Mio. Euro Umsatz erwirtschafte, sei derzeit zu 100 Prozent ausgelastet.

Während die Firmen in Göttingen und der näheren Umgebung gut im Geschäft sind, herrscht in Hann. Münden noch Ruhe. „Wir haben Kapazitäten frei“, meint André Lotze, Geschäftsführer vom F. W. Kirchner Baugeschäft. Ihn mache das nicht unruhig. „Das Geschäft belebt sich, wenn im Frühjahr die ersten Sonnenstrahlen fallen“, hofft der Unternehmer. Er beschäftigt 60 Mitarbeiter,

Verstärkt Aufträge erteilt die öffentlichen Hand. „Raumakustik in Kindertagesstätten und Schulen ist ein Thema“, sagt Henniges. Obermeister Fröhlich weiß von vielen Ausschreibungen im Bereich von Flüchtlingsunterkünften. Auch der Verband verzeichnet Zuwächse im öffentlichen Hoch- und Tiefbau.

Verhaltener investiert dagegen die Wirtschaft. „Wir machen Trockenbauarbeiten für Banken oder gerade für ein Ärztehaus in Northeim“, berichtet Henniges aus Bodensee. Nach Informationen des Verbands ging die Zahl der Baugenehmigungen in diesem Bereich 2015 im Vergleich zum Vorjahr aber um zwei Prozent zurück.

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