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"In Unsicherheit investiert man nicht"

Blick auf die Insel "In Unsicherheit investiert man nicht"

Bleiben oder gehen? Am kommenden Donnerstag entscheiden die Briten in einem Referendum über den Verbleib des Landes in der Europäischen Union. Der sogenannte Brexit ist eine Entscheidung mit weitreichenden wirtschaftlichen Folgen – unter Umständen auch auf Unternehmen aus Südniedersachsen.

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Und auch in Südniedersachsen werden die Augen am kommenden Donnerstag auf die Insel gerichtet sein.

Quelle: dpa

Göttingen . Vergangenen Sonntag widmete die US-amerikanische Latenight-Show „Last Week Tonight“ mehr als die Hälfte ihrer Sendezeit einem möglichen Brexit. Moderator John Oliver, selbst Brite, appellierte: „Die EU ist eine komplizierte, bürokratische, aber auch ambitionierte und inspirierende Institution – Großbritannien wäre verrückt sie zu verlassen.“ Längst ist klar: Die Abstimmung über den Brexit ist von weltweitem Interesse.

"Ich befürchte, dass die Auswirkungen eines Brexit für die EU insgesamt schlimmer wären als für Großbritannien", sagt Volkswissenschaftlerin Renate Ohr von der Universität Göttingen.  "Großbritannien ist Nettozahler. Wenn solch ein Land austritt, hat das finanzielle Konsequenzen. Zudem aber wäre die Stabilität, die die EU allen Mitgliedsländern gibt, dann gefährdet." Ein möglicher Fall der Aktienkurse würde sich außerdem auf Anleger und damit auf die gesamte Wirtschaft auswirken, so Ohr. In Bezug auf den Handel zwischen den Ländern, gibt die Volkswissenschaftlerin aber Entwarnung. "Da sehe ich zunächst keine drastischen Auswirkungen. Als Mitglieder der World Trade Organization dürfen eigentlich weder die EU noch Großbritannien neue Zölle einführen.“ Problematisch könnten dann aber unterschiedliche Produktstandards und -vorschriften sein, die bisher von der EU geregelt werden.

Und auch in Südniedersachsen werden die Augen am kommenden Donnerstag auf die Insel gerichtet sein. "Großbritannien ist für Exporte sehr wichtig", erklärt Tilman Brunner, Leiter der Abteilung International bei der Industrie- und Handelskammer Hannover. In welcher Form die Unternehmen in Südniedersachsen dann betroffen sein würden, müsse man aber abwarten. "Das kann man erst sehen, wenn der Brexit wirklich vonstatten gehen sollte", so Brunner. Aber die Unsicherheit würde sich auf die wirtschaftliche Lage auswirken: Rund 200 Unternehmen aus Niedersachsen investieren aktuell in Großbritannien und "in Unsicherheit investiert man nicht weiter", meint Brunner.

Bei den großen Unternehmen der Region hält man sich indes bedeckt. Die Geschäftsführung von Otto Bock möchte zum Brexit keinen Kommentar abgeben, wie Unternehmenssprecher Rüdiger Herzog auf Anfrage mitteilt. Der Prothesenhersteller aus Duderstadt betreibt einen eigenen Standort in Großbritannien. Auch bei Sartorius will man lieber keine genaue Vorhersage treffen. "Wie sich das auswirken würde, kann man noch nicht sagen", sagt Sartorius-Sprecherin Petra Kirchhoff. Der Göttinger Labor- und Pharmahersteller sei aber breit aufgestellt. "Wir produzieren auch in Großbritannien, Wechselkursschwankungen können wir daher ausgleichen", so Kirchhoff. Sartorius betreibt mehrere Standorte in Großbritannien, der Standort in Stonehouse nahe der Göttinger Partnerstadt Cheltenham soll sogar ausgebaut werden.

Es sind noch zu viele Unbekannte in den Gedankenspielen der Göttinger Unternehmer. Klarheit wird wohl erst der Tag des Referendums bringen.

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