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Der mit dem Walhai schwimmt

Spezialreiseveranstalter aus Südniedersachsen Der mit dem Walhai schwimmt

Sie sind die „anderen“ Reiseorganisatoren: Im Stadtbild nicht wahrzunehmen, aber bundesweit führend am Markt. Die Geschäfte der fünf Spezialreiseveranstalter in Südniedersachsen laufen gut - trotz Krisen.

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Exotische Reiseziele, von Südniedersachsen vermittelt: Berühmte Moschee mit Karawanserei und Badehaus im iranischen Yazd.

Quelle: r

Göttingen. Extratour und Beluga Reisen aus Göttingen sowie Aqua Active aus Seeburg sind auf Tauchreisen spezialisiert. Argus Reisen aus Eddigehausen auf Amerika-, Orient Express aus Göttingen auf Iranreisen.

Aus Göttingen kommen nur gut drei Prozent der Kundschaft, schätzt Axel Becker, Geschäftsführer der 13 Mitarbeiter starken Beluga Reisen. „Die meisten sind aus deutschen Großstädten, mittlerweile auch aus Japan und den USA.“ Beluga Reisen bietet Tauchtrips in 110 Länder an, darunter Gegenden, die sonst kein Reiseveranstalter bedient. Und „wenn jemand einen Walhai sehen möchte, schicke ich ihn genau dort hin. Also nach Mexiko, Westpapua oder die Philippinen.“

Der Job ist spannend, das Interesse riesig. „Ich muss jedes Jahr 50 bis 100 Bewerbern absagen“, so Becker - zwei bis drei Reisekaufleute bildet der in Ägypten aufgewachsene Göttinger jährlich aus, Pflichtreisen „in irgendwelche verrückten Länder“ und Tauchausbildung inklusive.

Argus Reisen gibt es seit 21 Jahren, Schwerpunkt: Ranchurlaub. Mittlerweile hat die Firma zwölf Mitarbeiter, davon drei Azubis, und bietet Reisen zu Destinationen in den USA, Kanada und auf den Bahamas an - vom Fünf-Sterne-Ressort bis zum Urlaub auf der Working-Ranch. „Die kann halb so groß sein wie das Saarland. Dort kann man mit den Cowboys Rinder suchen“, sagt Geschäftsführer Dirk Büttner, der selbst schon weit über 100-mal in den USA und Kanada war und seine Partner persönlich kennt. „Um sich zu spezialisieren, musst du etwas Besonderes entwickeln und dich gut auskennen. Regelmäßige Besuche sind Pflicht.“ 

Hartmut Niemann, Inhaber des Orient Express, kennt Iran seit 1979, als er es unmittelbar nach der Revolution erstmals besuchte und auch „in diesen aufgewühlten Zeiten sehr herzliche Aufnahme bei den Menschen“ fand. Reiseplanung und -durchführung, Beratung bei Buch- und Filmprojekten, Dolmetschen bei Dreharbeiten und schließlich der eigene Reiseführer „Reisehandbuch Iran“ - Niemann arbeitet allein und ist ständig im Iran unterwegs ist. Dadurch könne er Ziele früher und exklusiv anbieten, wie etwa eine „Safranreise“ zur Ernte des Gewürzes in Ost-Iran.

Das Geschäft läuft über Mundpropaganda, Internet und es gibt Stammkunden wie die „taz-Leserreisen“, die Universität des Dritten Lebensalters und Exkursionen für Universitäten. „Seit Sommer 2013 läuft es so gut, wie ich es mir nie vorgestellt hätte. Bis dahin wurden Iran-Spezialveranstalter eher belächelt.“ Im Oktober 2015 organisierte er auch die Wirtschaftsreise der IHK Hannover mit Minister Olaf Lies (SPD) und annähernd 100 Teilnehmern.

Die unberechenbaren Krisen

Mit Krisen habe er dauernd zu kämpfen, sagt Tauchreiseveranstalter Axel Becker. „Während des Golfkriegs wollte niemand ans Rote Meer, momentan verkaufen sich Reisen in den arabischen Raum sehr schlecht.“ Daher stellt sich sein Unternehmen inzwischen etwas breiter auf, hat unlängst eine Tauchbasis auf der griechischen Insel Samos gekauft, auch Tauchreisen in die Karibik sind immer stärker nachgefragt. Dennoch laufen die Geschäfte: „Taucher sind eben ein bisschen risikobereiter.“

„Krisen begleiten mich, seitdem ich als Veranstalter tätig bin“, sagt auch Iran-Spezialist Hartmut Niemann. „11. September 2001, die Invasion in Irak 2003, jetzt die Zerstörung Syriens. Das ist unter geschäftlichen Gesichtspunkten nicht einfach zu meistern.“ Er blieb flexibel und ging dort hin, wo die Bedingungen zuließen. Aber es „blutet mir das Herz, wenn ich sehe, wie die Menschen aus ihrer zerstörten Heimat fliehen müssen. Ganz zu schweigen von den Stätten, die man selbst liebgewonnen hat: Palmyra, Aleppo - alles zerstört.“

Krisen kennt aber auch ein Amerikareiseveranstalter. „Nach dem 11. September 2001 ist der Umsatz um 50 Prozent eingebrochen“, berichtet Dirk Büttner. „Präsident Bush war die nächste Naturkatastrophe. Dafür gab es zum Glück Kanada als Alternative. Gegen einen Vulkanausbruch auf Island, der Flüge unmöglich macht, hilft das aber auch nichts.“ fab

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Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

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