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Innovationspreis für Sensor-Schreibpapier

Meriem Akin Innovationspreis für Sensor-Schreibpapier

Mit dem Einzug der Tablets in die Klassenzimmer werden immer mehr Texte getippt, statt geschrieben. Wissenschaftlerin Meriem Akin aus Hannover will gegensteuern, indem sie Papier zu einem elektronischen Medium macht. Dafür erhielt sie den Sonderpreis Wissenschaft des Innovationspreises Göttingen.

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Quelle: EF

Hannover. „Mit sogenannten dünnfilmtechnischen Verfahren lassen sich unter anderem Sensoren und LED-Leuchten, Antennen und hermetisch verpackte Lithium-Batterien im Papier integrieren“, erläutert Akin (32). Die Wissenschaftlerin, die in Hannover computergestützte Ingenieurswissenschaften studiert hat und dann in Berkeley Masterabschlüsse in Maschinenbau sowie in Elektrotechnik und Informationstechnologie erwarb, schreibt derzeit in Hannover ihre Doktorarbeit über magnetische Sensoren. Die Dünnfilmschichten sind mit einigen Nano- bis wenigen Mikrometern hauchdünn. Zum Vergleich: Schreibpapier ist etwa 80 Mikrometer stark.

 

„Noch gibt es solches Papier nicht“, betont Akin. Ein Jahr lang werde sie für die Erstellung eines Prototyps von Instinct, so der Name der Erfindung, benötigen. Ende 2016 wolle sie mit den entsprechenden Arbeiten beginnen. Beim General-Electrics-Symposium Global Research in Albany im Bundesstaat New York fand sie zudem einen potenziellen Vertriebspartner.

 

„Als erstes will ich Papier mit einem Sensor ausstatten, der merkt, ob der Schreiber schwitzt“, sagt Akin. Das ermögliche es Lehrern, bei einem Diktat gezielt nach aufgeregten Kindern zu schauen und sie zu beruhigen. Später könnte es möglich sein, dass ein Lehrer die Texte der Kinder sofort auf seinem Rechner sieht und inhaltlich darauf reagiert. Das gilt heute als einer der Vorteile von Tablets. Den genauen Bedarf der Lehrer will Akin im engen Kontakt mit den Schulen ermitteln. Erste Kontakte bestehen bereits, sagt sie.

 

Auf die Idee mit dem intelligenten Papier brachte sie ihr heute vierjähriges Kind. „Es konnte bereits mit sechs Monaten auf dem Tablet geometrische Figuren richtig zuordnen und später auch schöne Sachen malen“, erzählt die Mutter. Der Umgang mit Bauklötzen, Buntstiften oder Pinseln fiel dem Kind dagegen viel schwerer. Akins Fazit: Grundfähigkeiten sind zunächst auf klassischem Weg zu erlernen. Aber dafür ist das träge Medium Papier wieder attraktiv zu machen.

 

Für ihre Idee sieht sie auch jenseits des Klassenzimmers Anwendungsmöglichkeiten. Papier als Trägermedium für Elektronik ist wesentlich günstiger als die Siliziumplatten der Halbleiterindustrie, von denen ein Quadratmeter 1000 Euro kostet. Akin hat gerade gemeinsam mit Wissenschaftlern aus der Leibniz-Universität Hannover und der Ecole Polytechnique de Tunis einen Forschungsantrag eingereicht. Sie will in Tunesien nach Anwendungsmöglichkeiten für Papier-Elektronik suchen. So ließe sich zum Beispiel für wenig Geld der Grad der Luftverschmutzung messen, sagt die Wissenschaftlerin.

 

Von Michael Caspar

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