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„Es gibt noch viel Potenzial“

Interview mit Wirtschaftsförderer Detlev Barth „Es gibt noch viel Potenzial“

Die Fusion der beiden Landkreise Osterode und Göttingen macht Fortschritte. Wirtschaftsförderer Detlev Barth sieht jedoch noch viele Möglichkeiten. Im Interview fordert er mehr Mut, auf die Stärken der Region zu setzen.

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Ein Blick aus der Luft auf das Gewerbegebiet am Lutteranger in Göttingen.

Quelle: R

Göttingen. Detlev Barth, der Landkreis Göttingen ist größer geworden. Sie als Wirtschaftsförderer arbeiten jedoch schon länger an dem Zusammenwachsen der unterschiedlichen Regionen. Wie lange schon?

Detlev Barth: Die Wirtschaftsförderungen der Region arbeiten schon seit Jahren vertrauensvoll zusammen. 2014 wurde mir die Aufgabe übertragen, die Fusion der Wirtschaftsförderungen der Landkreise Göttingen und Osterode am Harz vorzubereiten. Das Modell, das bei Gründung der WRG Anwendung gefunden hatte, sollte 1 zu 1 auf den Landkreis Osterode am Harz übertragen werden. Es galt also, den Landkreis und die Städte und Gemeinden im Landkreis Osterode am Harz als Gesellschafter für die WRG zu gewinnen. Das hat gut geklappt. Seit 2015 sind wir operativ handlungsfähig und mit einem eigenen Büro in Osterode vertreten.

Was waren dabei die Herausforderungen?

In Osterode gab es Bedenken gegenüber der Fusion mit dem Landkreis Göttingen, weil man befürchtete zum Juniorpartner degradiert zu werden. So wie die WRG agiert hat, ist es gelungen, sich auf Augenhöhe zu begegnen und diese Bedenken zu zerstreuen. Wie ich finde, eine gute Blaupause für die große Fusion. Ein Vorteil für uns war sicher, dass sich sowohl die IHK als auch die Osteroder Wirtschaft für eine Fusion mit Göttingen ausgesprochen hatten.

Gibt es beim Zusammenwachsen Fortschritte zu vermelden?

Die WRG war im Landkreis Osterode zunächst unbekannt und musste sich erst einmal einen Namen machen. Dabei hat uns die Bürogemeinschaft mit dem MEKOM Regional-management, einem Zusammenschluss Osteroder Unternehmen, sehr geholfen. Wir haben das Dienstleistungsangebot der WRG in allen Städten und Gemeinden vorgestellt und werden inzwischen von Unternehmensseite regelmäßig nachgefragt, sei es bei der Fördermittelberatung oder bei Schwierigkeiten mit Behörden oder anderen Fragestellungen, bei denen wir als „Kümmerer“ helfen können. Auch unsere Veranstaltungs- und Informationsangebote werden gut nachgefragt - wir sind in Osterode angekommen und werden heute als eine Wirtschaftsförderung wahrgenommen. Das ist nach so kurzer Zeit sehr viel.

Wie steht es um die Wettbewerbsfähigkeit der neuen Region im Vergleich zu anderen Landkreisen?

Die Region ist vielfältiger geworden und Vielfalt erhöht die Wettbewerbsfähigkeit. Wir profitieren von der zentrale Lage, der guten Infrastruktur im Bereich Straße und Schiene. Einzig hapert es bei der Weiterentwicklung der Wasserwege. Über die Weser könnte man eine gute Anbindung an die internationalen Seehäfen schaffen, doch bisher gibt es zu wenige Schwerlasttransporte, auch fehlt eine stationäre Verladeeinrichtung in Hann. Münden.

Wie attraktiv ist die Region für Firmenansiedlungen?

Sie ist attraktiv. Obwohl wir das Fördergefälle zwischen den alten und neuen Bundesländern immer noch spüren, gibt es viele Anfragen. Vor allem die Firmen, die die Vorzüge unserer Region kennen, entscheiden sich für die Region. Deshalb sind ein Großteil der Neuansiedlungen Umsiedlungen von Firmen, die am alten Standort aus allen Nähten platzen. Von Firmen, für die die Region attraktiv ist, werden wir gefunden. Ein gutes Beispiel ist hier der Fahrzeugteile-Großhändler Wessels + Müller, der nicht aus der Region kommt und sich in Hedemünden angesiedelt hat.

Gibt es noch genug Platz für neue Firmen in den Gewerbegebieten des Landkreises?

Es wird langsam eng. Es gibt zwar noch einige freie Flächen, aber entlang der Autobahnen haben wir nicht mehr viele Gewerbeflächen im Angebot, da braucht es künftig mehr, weil dort die Nachfrage am größten ist. Wenn wir langfristig als Wirtschaftsregion interessant bleiben wollen, brauchen wir ein breites Spektrum an Gewerbeflächen für unterschiedlichste Nutzungen. Ich bedaure, dass zum Beispiel das Gewerbegebiet in Lenglern wohl nicht mehr realisiert werden kann, weil es zurzeit politisch anscheinend nicht durchsetzbar ist.

Was müsste getan werden?

Der Landkreis Göttingen steht heute mit seiner Wirtschaftskraft viel besser da als in der Vergangenheit. Wir befinden uns auf dem aufsteigenden Ast. Diese positive Entwicklung steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der gestiegenen Zahl von Arbeitsplätzen im Kreis. Die Schaffung weiterer Arbeitsplätze muss unterstützt werden, die Infrastruktur weiter verbessert werden. Hier denke ich insbesondere an eine zukunftssichere Breitbandversorgung, die vor allem im ländlichen Raum höchste Priorität haben muss.

Warum ist das notwendig?

Im Zeitalter der Digitalisierung ist es unverzichtbar, auch die Dörfer in der Fläche an die Hochgeschwindigkeitsnetze anzuschließen, wenn sie zukunftsfähig bleiben - oder besser - wieder werden sollen.

Was ist Ihre Vision für die Zukunft?

Gleichwertige Rahmenbedingungen und Infrastruktur im Oberzentrum, in den Mittelzentren und in der Fläche. Mit Blick auf die Weser mehr Schwertransporte zu Wasser zu den europäischen Seehäfen. Das wäre für die Attraktivität der Region Gold wert und darüber hinaus ökonomisch sowie ökologisch sinnvoll. Dafür braucht es aber die Einstufung der Oberweser als Bundeswasserstraße, wozu das gegenwärtige geringe Frachtgutaufkommen aber noch nicht ausreichend ist.

Interview: Bernard Marks

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