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Jäger-Werk in Osterode fertigt 250 Millionen Teile im Jahr

Abwasser-Belüfter und Bowling-Pins Jäger-Werk in Osterode fertigt 250 Millionen Teile im Jahr

Die Hannoveraner Jäger-Unternehmensgruppe ist als Nischenspezialist im Bereich Gummi bekannt. Im Werk Osterode werden unter anderem Exzenter-Schneckenpumpen, Abwasser-Belüfter sowie Bowling-Kegel hergestellt.

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Die Präzision bei der Herstellung von Bowling-Kegeln aus Kunststoff macht sie besser für Wettkämpfe geeignet als Holzkegel.

Quelle: EF

Osterode. „Es ist überhaupt nicht schlimm, wenn über uns nicht geredet wird“, sagt Arnold Jäger (83), dessen gleichnamiger Vater das Unternehmen 1942 gründete. Denn die Produkte seien – mit Ausnahme der Kegel fürs Bowling – für den Verbraucher überhaupt nicht sichtbar. Sollte Jäger also einmal in die Schlagzeilen geraten, dann nur, wenn ein Produkt nicht funktionieren würde – und das soll natürlich nicht sein.

 
Größter Kunde des Unternehmens – das seinen Hauptsitz in Hannover hat und in Europa, den USA sowie China über 1000 Mitarbeiter beschäftigt und einen Umsatz von rund 220 Millionen Euro erzielt –  ist die Automobilindustrie. Sie nimmt auch den größten Teil der rund 250 Millionen Teile ab, welche die knapp 200 Mitarbeiter jährlich in Osterode produzieren. Kaum ein großer, international agierender Autohersteller, der nicht auf Gummi-Dichtungen made in Osterode vertraut, wie Joachim Salewski, verantwortlich für die Jäger-Automobil-sparte, betont.

 
In der Kleinstadt am Harz werden aber eben auch drei Produkte aus Gummi hergestellt, die nichts mit Autos zu tun haben. Alle drei hat Arnold Jäger Junior erfunden – insgesamt hält der ausgebildete Techniker zwischen 70 und 80 Patente, so genau weiß er das aber nicht: „Ich müsste erst nachgucken.“      

 
Da ist zum einen die Exzenter-Schneckenpumpe zur Förderung von versandetem Erdöl. Weiterhin ein Abwasser-Belüfter für Kläranlagen. Er ersetzte Belüfter aus Keramik, was für eine gewaltige Einsparung an Energie und Betriebskosten gesorgt und das Abwassermanagement „revolutioniert“ habe, wie Jäger sagt. Und zuletzt gibt es da noch den synthetischen Bowling-Kegel „Twister“.

 
Über 30 Jahre hat Arnold Jäger getüftelt, bis seine Kegel („Pins“) aus Gummi und Kunststoff solche aus Ahorn-Holz ersetzen konnten. Ihr Vorteil: Zum einen fallen die – in einem nicht messbaren Bereich liegenden – Unterschiede zwischen den einzelnen Pins geringer aus als bei den traditionellen Holz-Pins. Zum anderen sind sie langlebiger. So überzeugt sind einige von den Jäger-Pins, dass bei bestimmten Turnieren im Bowling-Mutterland USA nur noch sie und keine Holz-Pins mehr zum Einsatz kommen dürfen. Hergestellt werden in Osterode pro Jahr rund 200 000 Pins, und zwar von fünf Mitarbeitern. Andere Firmen haben schon versucht, Jägers Kegel nachzubauen – bislang vergeblich.

 
Unternehmen, die Produkte aus Gummi herstellen, existieren hierzulande nur noch wenige, da die anfallenden Lohnkosten sehr hoch sind. Darum setze Jäger auf Qualität, so Arnold Jäger: „Unsere Produkte kosten zwar nicht am wenigsten Geld, sind aber die Besten.“ Den Standort Deutschland zu verlassen, komme nicht in Frage: „Wir brauchen qualifizierte Mitarbeiter und die deutschen Facharbeiter sind nun mal die am besten ausgebildeten.“

 

Von Hauke Rudolph

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