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Stark im Kollektiv

Mitbestimmung im Betrieb Stark im Kollektiv

Seit 40 Jahren besteht das „Gesetz über die Mitbestimmung der Arbeitnehmer“. Bundespräsident Joachim Gauck sieht es bis heute als „Einladung zur Gestaltung und Teilhabe“ in Betrieben. Meist müssen junge Angestellte jedoch eher kämpfen als dass sie zur Mitbestimmung eingeladen werden.

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Einsatz für die Interessen der Auszubildenden - ein Aktionsfeld der Gewerkschaften.

Quelle: Klaus Peter Wittemann

Göttingen. Die Gewerkschaftarbeit sei durchaus „zäh“, meint Pascal Heisterüber. Als Vorsitzender der Jugend- und Auszubildendenvertretung ist der 26-Jährige für die Interessen von rund 100 Auszubildenden im Ameos Krankenhaus Osnabrück eingetreten. Betriebsräte seien „den Jugendlichen nicht immer so zugeneigt“ und „man muss um Standing kämpfen“, sagt er. Dennoch sei es „total wichtig, als Gewerkschafter aktiv zu sein“, was vor allem darin begründet sei, dass eine einzelne Stimme weniger Gewicht hat als ein Kollektiv. Dabei stehe der Arbeitnehmer-Trend zur Individualisierung grundsätzlich im Konflikt mit kollektiver Interessenvertretung, beobachtet Heisterüber.

Ein Problem, das auch Professor Mayer-Ahuja vom Institut für Soziologie der Universität Göttingen bestätigt: „Es gibt Tendenzen in der Arbeitswelt, die stark auf Individualisierung abzielen.“ Es gehe außer um Löhne auch um Arbeitbedingungen, Kreativität und Würde, sagt Mayer-Ahuja. „Es ist unglaublich wichtig, das kollektiv zu verhandeln und nicht nur individualisiert“. Denn das Grundproblem - enorme Machtgefälle in Unternehmen - hätte nach wie vor Bestand. „Daraus sind Gewerkschaften überhaupt nur entstanden“, sagt die Professorin.

Leander Hobusch, Chemielaborant und Jugendvertreter bei Sartorius, hält das Mitbestimmungsgesetz für unverzichtbar. „Wenn man keine gesetzliche Grundlage hat, kann man mehr Nach- als Vorteile haben“, meint Hobusch. Im Betriebsrat sind die Jugendvertreter „in der Pflicht zu sagen, was nicht gut ist“. Die größte Einschränkung sei dabei, überhaupt den Weg über den Betriebsrat gehen zu müssen. Im Fall von Sartorius schätze die Geschäftsführung die direkte Zusammenarbeit. „Alle sechs Wochen gibt es einen Termin der Ausbildungsleitung mit den Jugendvertretern“, sagt Hobusch, der nach Abschluss seiner Ausbildung übernommen wurde.

In der Gewerkschaftsarbeit sei „Übernahme ein ganz wichtiges Thema“, findet Mayer-Ahuja. Häufig hätten die Ausgebildeten wenig Einfluss darauf, wie sie übernommen werden. So käme es immer wieder vor, dass statt eines aussichtsreichen Postens das Fließband wartet. Gewerkschaften können präventiv gegensteuern, sodass hochqualifizierte Arbeitskräfte nicht niedrig entlohnte Stellen besetzen. Viele, meint Mayer-Ahuja, wenden sich aber erst dann an gewerkschaftliche Organisationen, „wenn sie selbst wirtschaftliche Schwierigkeiten erfahren“.

Mitbestimmung

Das „Gesetz über die Mitbestimmung der Arbeitnehmer“ gilt seit 1976 für alle Wirtschaftsbereiche – in der Regel Unternehmen mit mehr als 2000 Arbeitnehmern – außer der Montanindustrie. Nach dem Gesetz müssen unter anderem Aufsichtsräte gleichmäßig von Anteilseigner- und Arbeitnehmervertretern besetzt sein. In einer Pattsituation bei Abstimmungen entscheidet das Votum des Aufsichtsratsvorsitzenden. yah

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