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Karstadt-Chef: „Wir bitten nicht um Almosen“

Bange um Arbeitsplätze Karstadt-Chef: „Wir bitten nicht um Almosen“

350 Karstadt-Angestellte in Göttingen bangen um ihre Arbeitsplätze. Im Gespräch mit dem Betriebsrat und der Geschäftsleitung forderte der SPD-Bundestagsabgeordnete Thomas Oppermann eine faire Bewertung der Bürgschafts-Anfrage für Arcandor.

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Oppermann will sich für Karstadt in Berlin stark machen: Im Gespräch mit Birgit Zimmermann und Günter Cremer (rechts).

Quelle: Mischke

„Der Zeitpunkt der Wirtschaftskrise ist für uns  fatal“, sagt Birgit Zimmermann. Karstadt sei auf dem besten Weg zur Konsolidierung, so die Betriebsrätin im Gespräch mit Oppermann, und dann das. Jetzt, wo man auf dem Weg in die Schwarzen Zahlen sei, würden die überlebensnotwendigen Kreditlinien gestrichen, beklagt auch Geschäftsführer Günter Cremer. Jetzt seien endlich die richtigen Leute in den verantwortlichen Positionen, Manager, die das Warenhausgeschäft verstünden. Wäre Konzernchef Karl-Gerhard Eick zwei Jahre früher gekommen, „dann hätten wir die Situation heute nicht“, glaubt Cremer. 

Mehr als ein Warenhaus

Auch die Leistungen des neuen Karstadt-Chefs Stefan Herzberg würdigten die Göttinger. „Es hat uns imponiert, was Herzberg in den vergangenen Monaten geschafft hat,“ sagte Zimmermann im Namen auch ihre Kollegen. Die Göttinger hatten den Gast aus Berlin auf ihrer Seite. Oppermann strich die Bedeutung des Warenhauses für die Stadt heraus: 350 sozialversicherungspflichtige Stellen, 50 Prozent Vollzeitbeschäftigte, keine 400-Euro-Jobs, 18 Auszubildende. 

Karstadt sei nicht nur ein Kaufhaus, sondern eine Institution, zudem ein Frequenzbringer und damit für den kleinen Einzelhandel so wichtig. „Karstadt ist aus Göttingen nicht mehr wegzudenken.“ „Wir wollen eine faire Bewertung“, stellte Oppermann mit Blick auf die Kritiker einer Bürgschaft für Arcandor klar. Wichtig sei aber auch, dass die Arcandor-Eigentümer, die Familie Schickedanz und die Privatbank Sal. Oppenheim (zusammen 60 Prozent), sich an der Rettung beteiligten. Einen dreistelligen Millionenbetrag als wichtiges Signal könne niemand ignorieren.

„Wir sind von der Werthaltigkeit des Unternehmens überzeugt“, betonte Zimmermann. Die Betriebsrätin schließt auch ein Zusammengehen mit Kaufhof (Metro) nicht aus. Jedoch: „Wir fordern eine Fusion auf Augenhöhe.“ Eine Übernahme ist für die Arbeitnehmervertreterin indiskutabel. 

„Wir bitten nicht um Almosen, sondern um eine Bürgschaft“, stellte Cremer klar. Das Weihnachtsgeschäft müsse vorfinanziert werden, damit im November und Dezember 70 Prozent des Jahresumsatzes sprudelten. 

Arcandor hat Bundesbürgschaften über 650 Mio. Euro sowie KfW-Kredite über 200 Mio. Euro beantragt. Ohne Staatshilfe droht dem Konzern ab dem 12. Juni die Insolvenz. Eine endgültige Entscheidung wird der Bürgschaftsausschuss der Bundesregierung voraussichtlich Anfang der Woche treffen.

Von Hanne-Dore Schumacher

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