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Karstadt: Hand in Hand fürs Göttinger Warenhaus

Mitarbeiter kämpfen Karstadt: Hand in Hand fürs Göttinger Warenhaus

Um 10 Uhr hatten die Beschäftigten noch Hoffnung. Mit einer Menschenkette um die Göttinger Karstadthäuser demonstrierten sie gestern Geschlossenheit. 30 Minuten später kam die Absage aus Berlin: Arcandor erhält keine Staatsbürgschaft aus dem Deutschlandfonds.

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Alle Rollläden vor den Schaufenstern sind heruntergelassen: Die Filialleitung zeigt, wie die Göttinger Innenstadt aussieht, wenn Karstadt schließen würde.

Quelle: Pförtner

Schon am Wochenende waren alle Rollläden der drei Göttinger Karstadthäuser heruntergelassen. „Wir wollen zeigen, wie es aussieht, wenn Karstadt in der Göttinger Innenstadt nicht mehr besteht“, erklärt Betriebsrätin Birgit Zimmermann die Aktion. Am Montag steht sie mit 70 Kollegen Hand in Hand vor dem Ausgang Johannisstraße. Es ist 10 Uhr, und noch hoffen sie und die insgesamt 350 Göttinger Karstädtler, dass die Bundesregierung die Bürgschaft von 650 Mio. Euro übernimmt.

Das Ziel einer Deutschland Warenhaus AG könnten alle mittragen, erklärt Karstadtchef Günter Cremer. Man sollte bloß nichts übers Knie brechen, warnt er. Fusion ja, „aber auf Augenhöhe“, bekräftigt die Betriebsratsvorsitzende. „Symbolisch wollen wir unser Karstadthaus schützen“, begründet sie die Menschenkette. 

Besonders die älteren Leute  seien erschüttert über die Entwicklung von Karstadt, berichtet Ute Gobrecht aus Kundengesprächen. Sie arbeitet in der Elektroabteilung, ist seit 34 Jahren in der Firma. Wenn sie wüsste, dass das Geld Karstadt Göttingen zugute käme, würde sie 50000 Euro spenden, habe eine Kundin angeboten, erzählt Gobrecht. Eine Kollegin ergänzt: „Die Reaktionen sind einfach herzzerreißend.“ Die Gespräche mit den Kunden verliefen nicht mehr so locker, berichtet Georg Hoffmann aus den vergangen Tagen. Der 59-Jährige, der seit 37 Jahren zur Belegschaft gehört, bemerkt die Sorge der Menschen. Göttingen ohne Karstadt, das könne sich niemand vorstellen. Simone Offen indes ist sich sicher, dass es in Göttingen nach einer Fusion mit Kaufhof weiter geht. Sie ist Kundin genau wie ein 68-jähriger Passant, der die Metro-Lösung als vernünftig erachtet. Ihm ist wichtig, eine größtmögliche Anzahl von Arbeitsplätzen zu retten. 

Diese Sorge um den Arbeitsplatz, das habe sie vor zehn Jahren schon einmal durchgemacht, berichtet Anja Breit. Die 36-jährige Bilshäuserin hat im Lünemann-Stadtgeschäft gearbeitet, bis es schloss. Bei Karstadt fühlt sie sich sehr wohl. „Ein tolles Arbeitsklima“. Wie es nun weitergeht, weiß die Mutter eines Kindes nicht. Solidarisch mit den Karstadtbeschäftigten zeigt sich Citymanagerin Beate Behrens. „Wir sind alle auf ein großes Karstadthaus angewiesen“, sagt sie und nennt Zahlen: Über 75000 Quadratmeter Verkaufsfläche verfüge die Innenstadt, 20000 davon belege Karstadt.

Von Hanne-Dore Schumacher

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