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Karten erklären Gentechnik

Kasseler Verein Science Bridge will die Meinungsbildung zur Gentechnik fördern Karten erklären Gentechnik

„Vielen Menschen ist Gentechnik aus einem Bauchgefühl heraus suspekt“, sagt Heike Ziegler vom Kasseler Verein Science Bridge. Und: „Wir wollen der Öffentlichkeit helfen, sich eine auf Wissen basierte, eigene Meinung zu bilden.“ Einer der Bausteine dazu ist ein Kartenrätsel zum Thema.

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Die Idee zum Spiel kam beim monatlichen Treffen der Vereinsmitarbeiter auf.

Quelle: EF

Kassel. „Wo ist Gentechnik drin?“ Diese Frage müssen die Spieler beantworten. 42 Karten zeigen ganz unterschiedliche Motive. Da sind zum Beispiel Pillen zu sehen. „Die sogenannten rekombinanten Medikamente werden mit Hilfe von Gentechnik hergestellt“, verrät Ziegler.

Andere Karten zeigen Geldscheine oder Jeans. „Bei beidem ist Baumwolle der Grundstoff“, erklärt die promovierte Molekularbiologin. 70 Prozent der Baumwolle weltweit werde aus gentechnisch verändertem Saatgut gewonnen. „Solches Saatgut dient auch zum Anbau von Soja, mit dem deutsche Bauern ihre Mastschweine und Milchkühe füttern, führt Ziegler aus.

Die Idee zum Spiel kam beim monatlichen Treffen der Vereinsmitarbeiter auf. Die erste Auflage brachte Science Bridge 2013 heraus. Rasch waren die 30 Exemplare vergriffen. Die zweite Auflage mit 150 Stück erschien im Folgejahr. 2015 ließ der Verein weitere 300 Stück drucken, die es auf der Internetseite des Vereins und im Kasseler Naturkundemuseum Ottoneum zu erwerben gibt.

„Die Hauptaktivität unseres Vereins sind allerdings Tageskurse in Schulen“, stellt Ziegler klar. Jeweils zwei Studierende reisen mit einer Laborausrüstung an und führen mit den Schülern molekularbiologische Experimente durch. „Wir haben sie aber auch schon mit Journalisten und mit Pfarrer durchgeführt“, erzählt die Wissenschaftlerin. Daneben führt der Verein ein bis zwei Lehrerfortbildungen im Jahr durch.

Initiiert worden ist Science Bridge 1996 durch den Kasseler Professor für Molekularbiologie Wolfgang Nellen. Seit 2006 firmiert Science Bridge als Verein. Bis zu Nellens Emeritierung im vergangenen Jahr finanzierte sich der Verein ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen sowie Kurseinnahmen, Nellen kümmerte sich um das operative Geschäft. Inzwischen ist er jeweils für sechs Monate im Jahr in Indonesien, wo er einen ähnlichen Verein auf die Beine stellen will.

Science Bridge hat daraufhin Ziegler für das operative Geschäft eingestellt. Die Finanzierung der halben Stellen übernehmen die Universität Kassel sowie die Firmen Wintershall aus Kassel und B. Braun aus Melsungen.

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