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Kasseler Erfinder bauen mobile Anlage für sauberes Wasser

Mit dem Rucksack in die Wüste Kasseler Erfinder bauen mobile Anlage für sauberes Wasser

76 Firmen und Institutionen  haben sich um den Innovationspreis 2014 des Landkreises Göttingen beworben. Nicht alle konnten gewinnen, obwohl viele Ideen und Erfindungen einen Preis verdient hätten. Das Tageblatt stellt alle 76 Teilnehmer und ihre Innovationen vor. Heute: Odenheimer, Schönewitz, Reh GbR mit dem Projekt „Rucksackspende“.

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Freunde und Erfinder: Martin Reh, Raphael Schönweitz und Philipp Odenheimer (v.l.) mit Rucksack.

Quelle: Schumacher

Kassel. Sechs Wochen war Raphael Schönweitz mit einer Jugendorganisation in Tansania. Unter anderem Krankenhäuser haben sich die jungen Leute angesehen. „Ich war entsetzt überdie hygienischen Verhältnisse“, berichtet der 27-jährige Ingenieur. Kein Strom, kein sauberes Wasser, im Wüstensand „sterilisierte“ Operationsbestecke.

Philipp Ordernheimer hat ähnliche Erfahrungen gesammelt. Er war auf den Kap Verden, im Juli. Kurz vor Beginn der Regenzeit fiel die Meerwasser-Entsalzungsanlage in der Hauptstadt aus, und „keiner konnte die Anlage reparieren“. Für einen Euro je Liter sei Trinkwasser verkauft worden, und das bei einem üblichen Tagesverdienst von 10 Euro.

„Technik muss an den Einsatzort angepasst werden“, forderten beiden befreundeten Ingenieure nach ihren Erfahrungen in Afrika und begannen mit der Entwicklung einer mobilen Wasseraufbereitungsanlage. Es wurde mehr daraus. Mit der Anlage, für die die Maschinenbauer und Spezialisten für erneuerbare Energien den Göttinger Innovationspreis 2014 (3. Platz für Gründer) erhielten, kann mit Solarzellen Strom und mit Kollektoren Wärme erzeugen.

„Möglichst vierstellig bleiben“

Bei 120 Grad werden mit Hilfe des Sonnenlichtes OP-Bestecke sterilisiert und für die erste Wundversorgung in Entwicklungsgebieten eingesetzt. Es sei das einzige Medizingerät, das allein mit gespeicherter Sonnenenergie Sterilität und Keimfreiheit gewährleiste, betont Martin Reh (32), dritter im Bunde der ehemaligen Kommilitonen an der Universität Kassel und als Wirtschaftswissenschaftler für die Vermarktung der Anlage zuständig. Um in entlegenste Regionen zu gelangen („dorthin, wo der Jeep aufgibt“), haben die Kasseler Erfinder mit dem Rucksackhersteller Deuter eine Lösung gefunden.

Die Gestelle des Gersthofener Marktführers können die rund 30 Kilo schwere Anlage stemmen, die 2016 Marktreife erlangen soll. Dann, so sehen die Pläne vor, wolle man Privatpersonen und Unternehmen akquirieren für die „Rucksackspende“. Engagement für die gute Sache. Was die Anlage am Ende kosten wird, sei zurzeit noch schwer kalkulierbar, sagen die Erfinder. „Wir wollen aber möglichst vierstellig bleiben“, verrät Reh.

Etliche Preise hat das Trio schon erhalten, auch ein Stipendium, mit dem sie sich finanziell noch über Wasser halten können. Für den mit 12 000 Euro dotierten Preis „Promotion Nordhessen“ haben sie gebrauchte Maschinen zur Metallverarbeitung gekauft, mit denen sie die Anlage in einer Werkstatt im Gewerbegebiet Kadruf produzieren. Auf einer Crowdfunding-Plattform sammeln sie im Netz Geld für den Rucksack-Prototypen.

Weitere Infos im Netz unter rucksackspende.de
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