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Kasseler Unternehmen spürt Drohnen auf

Alarm am Himmel Kasseler Unternehmen spürt Drohnen auf

Rund 350000 Drohnen wurden 2015 in Deutschland verkauft, weltweit waren es mehr als vier Millionen. Weil mit den kleinen Luftfahrzeugen auch Straftaten begangen werden können, entwickelt das Startup-Unternehmen „Dedrone“ Geräte, die heranfliegende Drohnen aufspüren und melden.

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Jörg Lamprecht mit Drohne und seinem "Drohnenwarnmelder" Dedrone.

Quelle: r

Kassel. Freunde wollen einem Häftling Rauschgift oder eine Waffe ins Gefängnis schmuggeln; ein Konzern will einen Konkurrenten ausspionieren; Paparazzi wollen Fotos vom Anwesen eines Promis schießen; oder es sollen Anschläge auf einen Politiker oder Gebäude verübt werden: Alles Vorhaben, die heute mit Hilfe einer Drohne ausgeführt werden können, sagen die Dedrone-Gründer Jörg Lamprecht (46, Mathematiker und Informatiker), Ingo Seebach (42, promovierter Ingenieur) und Rene Seeber (45, Mathematiker und Informatiker).

Zumal Drohnen immer leistungsfähiger würden. Im normalen Handel erhältliche hätten eine Reichweite von fünf Kilometern; sie auf eine Reichweite von 150 zu bringen, sei technisch überhaupt kein Problem. Bei der Justizvollzugsanstalt Rosdorf habe es zwar noch keinen Vorfall mit Drohnen gegeben, so Sprecher Manfred Fiedler, aber „die Problematik ist uns bekannt und durchaus reell“.

„Was die Alarmanlage fürs Haus, ist der Drone-Tracker für den Luftraum“: Dedrone Gründer Jörg Lamprecht

Gegen solche Bedrohungslagen haben sie ihren sogenannten Drone-Tracker entwickelt. Dieser ist mit Kamera, Infrarotkamera für Dunkelheit, Mikros, Wi-Fi-Sensor sowie Funkwellen-Scanner ausgestatt. Anfliegende Drohnen erkennen sie an Merkmalen wie Geräusch, Bewegungsmuster und Frequenz.

Das heißt, es handelt sich um reine Aufspür-, keine Abwehrgeräte. Sobald die Drohne identifiziert ist, muss der Mensch die jeweils notwendigen Abwehrmaßnamen treffen. Oder, wie Jörg Lamprecht es formuliert: „Was die Alarmanlage fürs Haus, ist der Drone-Tracker für den Luftraum.“ Allerdings ist Dedrone derzeit dabei, in Kooperation mit einem anderen Unternehmen auch ein Abwehrgerät zu entwickeln.

Vorfälle mit Drohnen

Bekannte Drohnen-Vorfälle
Inzwischen sind einige sicherheitsrelevante Vorfälle mit zivil genutzten Drohnen dokumentiert:
- Im September 2013 landet eine Drohne bei einer Wahlveranstaltung genau vor Angela Merkel. Gesteuert hatte sie ein Mitglied der Piratenpartei.
- Im Dezember 2014 stürzt über dem Untersuchungsgefängnis in Hamburg eine Drohne ab, an der ein USB-Stick sowie zwei Gramm Marihuana befestigt sind.
- Im April 2015 landet auf dem Dach der Residenz des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe eine Drohne, an der eine Flasche mit radioaktivem Sand aus Fukushima hängt. Absender ist ein Anti-Atomkraft-Aktivist.
- Im April 2016 kollidiert ein Airbus A320 während des Landeanflugs auf den Londoner Flughafen Heathrow mit einer Drohne – glücklicherweise ohne Folgen.

Dieser sogenannte Jammer (Störsender) soll die Funkfrequenz beziehungsweise die GPS-Signale der anfliegenden Drohne stören, so dass diese die Orientierung verliert und sich das Sicherheitsprogramm der Drohne einschaltet. Das führt dann dazu, dass sie landet oder zu ihrem Ausgangspunkt zurückfliegt.

Einschränkungen für den Flugverkehr

Auch die Politik wird sich der Problematik bewusst. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat angekündigt, die Nutzung von Drohnen neu zu regeln. Sie sollen in Zukunft gekennzeichnet werden müssen, um den Eigentümer identifizieren zu können. Darüber hinaus sollen Drohnen in Wohngebieten sowie über Bundesfernstraßen, Eisenbahnlinien, Unglücksorten, Polizeieinsatzgebieten und Industrieanlagen nicht mehr fliegen dürfen.

Was den kommerziellen Einsatz der kleinen Luftfahrzeuge angeht, würden sie in Zukunft den Briefträger nicht ersetzen, meint Lamprecht. Aber in schätzungsweise 20 Jahren werde es einen regen Verkehr am Himmel geben: „Die Ware wird vom Auslieferungslager per Drohne ans Verteilerzentrum geliefert und von dort – wie heute – vom Zusteller zum Empfänger gebracht.“ Laut einer Studie der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PwC) beträgt das Marktvolumen der kommerziellen Nutzung von Drohnen innerhalb der nächsten fünf Jahre rund 127 Milliarden Dollar.

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