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Kirsten Weber Geschäftsführerin des Arbeitgeberverbandes im Interview

Webers Ziel: 1000 Mitgliedsbetriebe Kirsten Weber Geschäftsführerin des Arbeitgeberverbandes im Interview

Im Oktober 2013 hat Kirsten Weber die Geschäftsführung des Arbeitgeberverbandes Mitte (AGV) sowie des Verbandes der Metallindustriellen Bezirksgruppe Süd übernommen. Über Veränderungen innerhalb eines Jahres und über Perspektiven sprach sie mit dem Tageblatt.

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Sieht sich als Teamplayerin und legt Wert auf gutes ein Betriebsklima: AGV-Chefin Kirsten Weber.

Quelle: Vetter

Was haben Sie als erstes verändert?
Ich habe die gesamte Organisationsstruktur unter die Lupe genommen, obwohl ich von meinem Amtsvorgänger zwei gut aufgestellte Verbände übernommen habe. Alle Versicherungsverträge wurden überprüft, zum Teil geändert, auch neue abgeschlossen. Und am Ende haben wir richtig Geld gespart. Das Gleiche habe ich bei den abgeschlossenen Dienstleistungsverträgen getan. Wir haben ein Online-Buchhaltungsprogramm installiert und in moderne Bürokommunikation investiert.

Sie haben sich beim Amtsantritt Wachstum auf die Fahnen geschrieben. Ziel erreicht?
Wir sind ordentlich gewachsen. Seit Jahresbeginn 2014 konnten wir 50 neue Betriebe als Mitglieder im AGV begrüßen, sind also aktuelle bei der Betreuung von 850 Unternehmen.

Sind Sie zufrieden?
Schon, aber wir streben 1000 Mitglieder an, und das schaffen wir auch. Es gibt nach wie vor Betriebe, die uns und unsere Arbeit kaum kennen. Das geht durch alle Branchen.

Wie bekommt man erfolgreiche Akquise heute noch hin?
Zum Beispiel, indem man das Tageblatt liest und viel über neue Firmen erfährt. Da hake ich sofort nach. Und natürlich nutze ich unsere Netzwerke für die Akquisition. Auch unsere kostenlosen Seminare für Mitgliedsbetriebe sprechen sich unter Arbeitgebern herum. In diesem Jahr haben wir zu den Themen Leiharbeit/Werkverträge, Rente mit 63 und Mindestlohn berichtet. Die steigenden Teilnehmerzahlen zeigen uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Wildern Sie auf benachbarten AGV-Terrain?
Auf keinen Fall. Wir sind in unserem Kerngebiet Südniedersachsen und Nordthüringen unterwegs. Mit den an unser Verbandsgebiet angrenzenden Verbänden in Goslar, Hildesheim, Braunschweig und Kassel leben wir in guter Koexistenz. Wenn jedoch ein Unternehmen partout wechseln will, dann schicken wir es natürlich nicht weg. Wir haben schließlich nicht wegen Reichtum geschlossen.

Die Firmen müssen Mitglied in der Industrie- und Handelskammer sein. Warum sollten sie noch in den AGV eintreten?
Die IHK macht weder juristische Beratungen noch vertritt sie Betriebe vor den Arbeits- und Sozialgerichten. Das ist unser tägliches Brot. Unsere mittlerweile fünf Juristen im Haus sind jeder an drei von fünf Tagen in der Woche im Gericht. Wir führen im Jahr für beide Verbände zusammen rund 600 Prozesse, und wir gehen durch alle Instanzen: Arbeitsgericht Göttingen, Landesarbeitsgericht Hannover, Bundesarbeitsgericht Erfurt, und das bei gleichbleibend günstigen Mitgliedsbeiträgen.

Tarifpolitik ist zurzeit ein spannendes Thema. Ist der AGV auf diesem Gebiet aktiv?
Wir sind kein Tarifpartner, der Flächentarifverträge aushandelt, wie etwa der Verband der Metallindustriellen aus Hannover. Was wir aber tun, ist Haustarife mit den Gewerkschaften zu verhandeln. Die Zahl in unserem Beritt liegt bei 30 und ist relativ konstant. Daneben stellen wir seit einigen Jahren fest, dass wir immer häufiger zu den Verhandlungen mit Betriebsräten/Gewerkschaften über Betriebsvereinbarungen hinzugebeten werden.

Der AGV vertritt die Arbeitgeber. Haben Sie auch die Beschäftigten im Blick?
Wir streben immer eine Win-win-Situation an. Kein Arbeitgeber entlässt gern Mitarbeiter. Gerade in Krisenzeiten sind phantasievollere Lösungen gefragt, als einfach nur Kündigungen auszusprechen.

Das hören Gewerkschaften gern. Wie sieht die Zusammenarbeit aus?
In den vergangenen Jahren hat sich hier viel verändert. Man kann schon von einer gelebten Sozialpartnerschaft sprechen, Gewerkschaften und wir sind ganz nah an den Beschäftigten dran. Natürlich können wir auch richtig streiten, wenn es erforderlich ist.

Oft haben wir aber die gleichen Probleme: demographische Wandel, Fachkräftemangel oder unbesetzte Lehrstellen. Der AGV wird ab dem kommenden Jahr deshalb eine neue Dienstleistung anbieten: Personalentwicklung. Themen werden die Ermittlung des Aus- und Weiterbildungsbedarfs in den Betrieben, die Vermittlung von Qualifizierungsmaßnahmen, deren Fördermöglichkeiten, das Steigern der Attraktivität der Betriebe für Bewerber auch aus anderen Städten sein.

Der AGV Mitte ist selbst Arbeitgeber. Was tun Sie für Ihre Mitarbeiter?
Ich bin eine Teamplayerin und damit an einem guten Miteinander interessiert. Bei uns stimmt das Klima, das wissen vor allem unsere Frauen. Wir sind ein familienfreundlicher Betrieb und  fangen jede Schwangerschaft auf. Arbeitszeiten werden bei uns rund um die Kinderbetreuung gestrickt. Die Frauen im Sekretariat organisieren sich selbst. Mir ist nur wichtig, dass das Telefon besetzt ist und die Arbeit schnell, kompetent und freundlich erledigt wird.

Das Interview führte Hanne-Dore Schumacher

zu Person

Kirsten Weber (51) ist seit 21 Jahren für die Arbeitgeberverbände in Göttingen tätig.

Seit Oktober 2014 ist sie Geschäftsführerin des AGV Mitte und damit Nachfolgerin von Clemens von Wendt.

Weber ist ehrenamtliches Mitglied im Verwaltungsrat der AOK Niedersachsen und im Verwaltungsrat des Universitätsbundes Göttingen sowie alternierende Vorsitzende des Verwaltungsrates der Agentur für Arbeit.

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