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Klaus Becker über die gemeinsame Wirtschaftsförderung mit Göttingen

„Begebt euch auf Augenhöhe!“ Klaus Becker über die gemeinsame Wirtschaftsförderung mit Göttingen

Osterodes Bürgermeister Klaus Becker über die gemeinsame Wirtschaftsförderung mit Göttingen und das Ende des Kirchturmdenkens.

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Klaus Becker, seit elf Jahren Bürgermeister von Osterode am Harz.

Quelle: Grünewald

Göttingen. Die Landkreise Osterode und Göttingen fusionieren am 1. November 2016. Macht sich das im Landkreis Osterode bereits bemerkbar?

Es wird natürlich Bereiche geben, die zentralisiert werden – gewisse Stellen werden nach Göttingen wandern, aber andere kommen nach Osterode, es ist ja eine Aufgabenteilung. Aber wer sich darüber wundert, dass der Schwerpunkt im Oberzentrum liegt, der sieht die Dinge nicht richtig. Wir erfahren aber auch eine Stärkung durch die Wirtschaftsförderung Region Göttingen (WRG), die mit ihrem neuen großen Büro gegenüber dem Rathaus ein sehr deutliches Zeichen gesetzt hat.

Das ist einer der Vorteile, die ich in der Fusion sehe: die stärkere Unterstützung unserer Wirtschaft und Anbindung an das Oberzentrum. Ein großer Fehler in meinen Augen jedoch war, dass die IHK ihr Büro hier aufgelöst hat. Aber unterm Strich haben wir die wirtschaftlichen Vorteile mit einer sehr kompetenten Wirtschaftsberatung jetzt schon vor Ort.

Was erwarten Sie von der gemeinsamen Wirtschaftsförderung, die ja bereits Anfang 2015 ihre Arbeit aufgenommen hat?

Ich erwarte davon, dass die Verbindung zum Wissenschaftsstandort Göttingen weiter intensiviert wird – über das hinaus, was Südniedersachsenstiftung und Regionalverband Südniedersachsen bereits geleistet haben. Ziel ist natürlich, dass wir von Ausgründungen aus dem Hochschulbereich profitieren. Heute benötigt man als Unternehmen eine vernünftige Verkehrsanbindung und Breitband.

Dann muss ich nicht mehr in den teuren Innenstädten von Göttingen oder Hannover sitzen. Diesen Vorzug Osterodes will ich stärker vermitteln. Ein wichtiges weiteres Projekt ist in diesem Zusammenhang auch die Vervollständigung des Harzringes – der vierspurige Ausbau der Bundesstraßen um den Harz.

Fühlen Sie sich vom Landkreis Göttingen wie ein Partner behandelt?

Das ist immer die berühmte Frage: Spricht man auf Augenhöhe oder nicht. Wer meint, dass die Göttinger mit einem nicht auf Augenhöhe sprechen, der muss halt etwas lauter sprechen. Ich neige dazu, vielleicht weil ich zwölf Jahre bei der Bundeswehr war. Meine Kritik richtet sich aber auch an unsere Kreispolitik, die sich manchmal über die Göttinger beklagt.

Da kann ich nur sagen: Begebt euch doch auf Augenhöhe! Ich kann durchaus gut mit Landrat Reuter sprechen. Und dass wir das Mittelzentrum, Göttingen das Oberzentrum und Herzberg sowie Bad Lauterberg die Grundzentren sind, ist doch logisch und dass Göttingen der größere Landkreis ist, ebenfalls. Von daher gibt es  ein gewisses Ungleichgewicht. Aber meine Erfahrung bisher ist, dass ich mich durchaus ernstgenommen fühle. Und wenn nicht – einfach laut sein. Das kann ich jedem nur empfehlen.

Haben sich die Kommunen inzwischen zusammengerauft? In Hannover herrschte lange Zeit das Bild eines in sich zerstrittenen Südniedersachsens vor, während etwa das Emsland gemeinsam agierte und so eine starke Lobby aufgebaut hat.

Ich bin vor elf Jahren aus der Wirtschaft in die Welt der Kommunen gekommen und da war dieses Kirchturmdenken weit verbreitet. Im Harz werden diese Auseinandersetzungen noch in vielen Bereichen geführt, aber in Südniedersachsen, behaupte ich, sind wir in der Zusammenarbeit um Meilen weiter.

Wir haben erkannt, dass wir gemeinsam gehen müssen und das wird von den meisten auch operativ umgesetzt. Die Kontakte in den Göttinger Raum sind inzwischen so intensiv, dass man sich – zumindest im Moment – nicht die Butter vom Brot nimmt, sondern gemeinsam streicht.

Das Interview führte Sven Grünewald

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