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Kliniken Münden: Ungewissheit fürs Personal

Noch keine Einigung Kliniken Münden: Ungewissheit fürs Personal

Der Umzug der Abteilungen des Krankenhauses Münden (KHM) an den Standort des Nephrologischen Zentrums (NZN) läuft – und ebenso die Verhandlungen über den Klinikverkauf, deren Abschluss noch nicht absehbar ist. Zunehmend gerät die Frage in den Vordergrund, was aus den Klinikumsmitarbeitern wird.

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Quelle: Hinzmann

Hann. Münden. Ursprünglich waren die Eigenverwaltung der Kliniken sowie deren Generalbevollmächtigter Rainer Eckert davon ausgegangen, dass die Verhandlungen zur Übernahme der beiden Mündener Kliniken bis Ende des Jahres abgeschlossen sind. Doch ist immer noch unklar, zu welchen Bedingungen der letzte verbliebene Bieter, die WMC Healthcare GmbH, bereit ist, die Kliniken zu übernehmen. Für die Beschäftigten heißt das: Die Unsicherheit über die eigene Zukunft liegt mit unter dem Weihnachtsbaum.

Klar ist, dass die Insolvenz nicht von ungefähr kam. Die wirtschaftliche Situation der Kliniken ist mit einem Wort: schlecht. Dafür spricht, dass überhaupt nur noch ein Bieter über den Kauf verhandelt.  Der vorgezogene Zusammenzug beider Kliniken stellt, obwohl damit für etwa ein Jahr nur noch die Hälfte der vorherigen Bettenzahl zur Verfügung steht, eine wirtschaftliche Notwendigkeit dar: Der parallele Betrieb beider Häuser soll monatlich einen Verlust von bis zu einer Million Euro verursacht haben – Geld, das von der Insolvenzmasse abgeht und den Ausfall für die Gläubiger erhöht. Selbst nach Herstellung der Einhäusigkeit soll der monatliche Verlust im mittleren sechsstelligen Bereich liegen.

Jedem Beteiligten ist folglich klar, dass es einen Stellenabbau geben wird. Die Linke spricht von rund 150 Stellen der bislang etwa 540 Beschäftigten. Allerdings soll es sich dabei um 150 rechnerische Vollkräfte handeln – da in den Kliniken jedoch viele Mitarbeiter teilzeitbeschäftigt sind, kann die Zahl der betroffenen Mitarbeiter weitaus höher liegen als 150. Offen ist auch, wer kündigen wird und wann. Die Eigenverwaltung der Kliniken vor der Übernahme, damit sich der Bieter nicht die Hände schmutzig machen muss? Oder WMC im Zuge der Übernahme?

Von Entlassungen werden nach aktuellem Stand alle Arbeitsbereiche betroffen sein, also auch die Ärzte, wie der Marburger Bund einräumt. Der hohe Personalabbau liegt an der halbierten Bettenzahl – gleichwohl soll WMC aber auch schon mitgeteilt haben, dass wieder Einstellungen geplant sind, wenn in etwa einem Jahr die volle Bettenzahl erreicht wird. Ob die Rechnung unter den starken Wettbewerbsbedingungen für Fachkräfte in Gesundheitsberufen aufgeht, ist dabei eine offene Frage.

Insbesondere, da WMC neben dem Personalabbau von den Beschäftigten auch einen Sanierungsbeitrag fordert – einen Tarifvertrag, der für einen begrenzten Zeitraum etwa einen Gehaltsverzicht und die Einstellung von Sonderzahlungen festlegt, also im Endergebnis die Personalkosten absenkt. Während die von Verdi vertretenen Beschäftigten diesem bereits zugestimmt hatten, fehlte die Zustimmung des Marburger Bunds, weshalb die letzte Verhandlungsrunde ergebnislos beendet wurde. Inzwischen, so der Marburger Bund, sei er jedoch in der Lage, konkrete Verhandlungen zu führen.

Eine offene Frage ist auch, wie der Personalabbau aufgefangen wird. Hinter den Kulissen wird an der Gründung einer Transfergesellschaft gearbeitet, die die Mitarbeiter auffängt und ihnen Weiterqualifizierung und -vermittlung bietet. Eine aktuelle Resolution des Stadtrats in Hann. Münden fordert zudem, dass nach Fertigstellung des NZN allen Beschäftigten die Chance zur Wiedereinstellung gegeben wird. Indes: Ob und welche Mittel beispielsweise in eine Transfergesellschaft fließen, ist auch Sache der Gläubiger und der am Verhandlungsprozess beteiligten.

Von Sven Grünewald

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