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Kuba heute erinnert an die DDR damals

Sartorius-Vorstand berichtet von Delegationsreise Kuba heute erinnert an die DDR damals

Sartorius-Vorstand Reinhard Vogt nahm an einer Delegationsreise mit Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel nach Kuba teil. Im Tageblatt-Interview berichtet er über die Bedeutung Kubas für Sartorius, die Vorteile einer Delegationsreise und wie sich Kuba langsam öffnet.

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Quelle: EF

Göttingen. Wie groß war die Delegation?
Es waren Parlamentsabgeordnete, Presse und Vertreter von 60 Firmen dabei – darunter einige große wie VW oder Siemens, aber überwiegend Mittelständler. Hintergrund waren die politischen Veränderungen im Land und die Entspannung zwischen Kuba und den USA.

Sartorius ist ja schon seit zehn Jahren in Kuba präsent – warum haben Sie an der Delegationsreise teilgenommen?
Durch eine solche Reise kann man offizielle, hochrangige Kontakte knüpfen. So habe ich einen Termin mit dem Außenhandelsminister vereinbaren können, um über unsere weiteren Aktivitäten zu sprechen und darüber, wie wir unsere starke Position in Kuba halten und ausbauen können. Sartorius zeichnet für fast fünf Prozent der kubanischen Importe aus Deutschland verantwortlich. Wir sind in unserem Segment Marktführer. Jedoch sind viele unserer Mitbewerber amerikanische Firmen, die durch die politische Öffnung jetzt aktiver werden. Wir müssen also am Ball bleiben.

Was ist Ihr Eindruck von Kuba?
Ich kenne Kuba schon lange und habe auch unser Büro dort aufgebaut. Raúl Castro hat jetzt ein neues Regierungsteam um sich versammelt. Einige von ihnen sind davon überzeugt, dass Reformen kommen müssen, aber es gibt auch andere Stimmen. Die Frage ist, wie weit die Reformen reichen werden. Es gibt bereits Veränderungen wie Reisefreiheit, Immobilien können erworben werden, kleine Privatunternehmen wie Restaurants wurden zugelassen. Der nächste Parteitag soll weitere Entscheidungen bringen. Es ist eine spannende Situation.

Und Kuba als Markt?
Ein wichtiges Thema ist beispielsweise die Ernährung. Kuba importiert 80 Prozent seiner Lebensmittel. Somit existiert ein riesiges Potenzial, den Landwirtschaftsbereich in Kuba selbst zu entwickeln. Um diese Chancen zu nutzen, sind jedoch große Investitionen erforderlich. Mich erinnert das an die Wendezeit bei uns. Auch in Ostdeutschland gab es 1989 Investitionsstau, teilweise veraltete Industrie und Technologie. Offen bleibt, wie sehr sich das politische System für Investoren von außen öffnet.

Gespräch: Sven Grünewald

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