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Land und Landkreis Göttingen helfen Klinikmitarbeitern

600.000 Euro Land und Landkreis Göttingen helfen Klinikmitarbeitern

Finanzielles Entgegenkommen seitens der Klinikleitung und je 300 000 Euro von Landkreis und Land für die Ausstattung der Transfergesellschaft „Futura“ sollen einen stärkeren Anreiz für den Wechsel in die Gesellschaft bieten. Doch viele Betroffene sind noch unschlüssig.

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Quelle: Archivfoto

Hann. Münden. Etwa 120 Mitarbeiter sollen im Zuge der Übernahme der beiden zusammengelegten Mündener Kliniken Nephrologisches Zentrum Niedersachsen ( NZN) und Krankenhaus Münden (KHM) entlassen werden – wenn sie nicht das Angebot annehmen, in die Transfergesellschaft zu wechseln. Wechseln von ihnen nicht 95 Prozent, hat der Investor ein Rückzugsrecht vom Kauf. Mit dem Eintritt treten die Mitarbeiter ihr Kündigungsschutzklagerecht ab.

Doch bislang scheint die Wechselbereitschaft nicht ausreichend zu sein, Fristen für den Wechsel wurden nach hinten verschoben und schließlich wurden Wechselprämien angeboten. Auf einer Versammlung am Donnerstag, 21. Januar, versuchte der Generalbevollmächtigte der Geschäftsführung, Rainer Eckert, die etwa 50 Anwesenden noch einmal vom Wechsel zu überzeugen und über offene Fragen zu sprechen. Vor Ort war auch Landrat Bernhard Reuter, der versuchte, zu einer Klärung der Situation beizutragen.

Bislang war offen, ob der Landkreis und auch das Land Geld für die Ausstattung der Transfergesellschaft geben würden. Deren Kosten liegen, so Eckert, derzeit bei 1,6 Mio. Euro, die aus der Insolvenzmasse finanziert werden. Pro Mitarbeiter seien 1000 Euro für Fortbildungen vorgesehen.

Reuter machte deutlich, dass er von allen Fraktionen im Kreistag die Zustimmung erhalten habe, dass der Kreis statt 1,1 Mio. Euro 1,4 Mio. Euro für das KHM bezahlen wird – unter der Voraussetzung, dass die zusätzlichen 300 000 Euro in die Futura fließen.

Und auch das Land sei bereit, 300 000 Euro für die Transfergesellschaft bereitzustellen, teilten die Landtagsabgeordneten Gabriele Andretta und Ronald Schminke mit, die sich beim Sozialministerium für diesen Landesbeitrag stark gemacht hatten. Das Geld soll komplett in die Wechselprämie fließen. Dadurch stehen 130 000 Euro mehr für Prämien zur Verfügung als zuvor kalkuliert.

Reuter appellierte an die Anwesenden, alles für das Gelingen der Planinsolvenz zu tun, sprich in die Futura zu wechseln. Eckert kam den Mitarbeitern in verschiedenen Punkten weiter entgegen: Es werde eine verbindliche Bestätigung der Prämie geben, die sehr zeitnah nach dem Wechsel gezahlt werde, Voll- und Teilzeit über die gesamte Beschäftigungszeit sollten für die Prämie berücksichtigt werden – und nicht nur die aktuelle Arbeitszeit zugrundegelegt werden.

Und auch die Deadline für den Wechsel wurde von Freitag, 22. Januar, noch einmal verschoben – auf Dienstag, 26. Januar.

Trotz des Entgegenkommens und insbesondere der Sicherheit über die Prämienzahlung äußerten zahlreiche Mitarbeiter erneut ihre Kritik. Es seien vorwiegend die Alten, jene mit Behinderung, die Teuren, die gehen müssten.

Eine Mitarbeiterin brachte die Verbitterung auf den Punkt: Es werde Verständnis für Entlassungen und die Personenauswahl erwartet, aber „wo ist das Verständnis für uns? Wir haben viele Kompromissangebote gemacht, aber nie ist jemand auf uns zugekommen. Wenn es eine faire Sozialauswahl gegeben hätte, dann wären nicht so viele hier.“

Aktualisiert 25. Januar 2016

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