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Landvolk Göttingen kritisiert „Milchgipfel“

Aktionismus gegen den Milchsee Landvolk Göttingen kritisiert „Milchgipfel“

100 Mio. Euro für deutsche Milchbauern hat Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt in Aussicht gestellt. Ein gutgemeintes Signal, aber umgerechnet auf die rund 75.000 Milchbetriebe im Land keine Lösung des Problems, meint Achim Hübner, Geschäftsführer des Landvolk Göttingen e.V.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Würden die 100 Mio. Euro vollständig ausgezahlt werden – geplant sind stattdessen direkte und viele indirekte Maßnahmen –, ergebe dies durchschnittlich 1.300 Euro pro Betrieb oder 0,17 Cent pro Liter Milch, so Hübner. Auch die von Minister Schmidt angemahnten Strukturreformen für eine bessere Koordinierung der Milchproduktion und Preisgestaltung zwischen Landwirten, Molkereien und dem Einzelhandel seien vage. „Mir fehlt die Vorstellung, wie man das koordinieren will“, meint Hübner.

Etwa 75 Prozent der Molkereien gehörten als Genossenschaften den anliefernden Bauern, diese könnten sich intern abstimmen, wie sie mit den Preisen umgehen. Würden sich allerdings die Molkereien untereinander über Preise gegenüber dem Handel absprechen, hätte das kartellrechtliche Folgen, so Hübner. „Ein realistischer Lösungsansatz ist nicht zu erkennen.“ Derweil sei aber schon ein Rückgang der angelieferten Milchmenge zu beobachten, da weniger ertragsstarke Kühe bereits geschlachtet werden. In Südniedersachsen ist die Situation der Milchbauern im Vergleich zu spezialisierten Milchregionen wie der Wesermarsch weniger schlimm, sagt Hübner, weil die Betriebe in der Regel noch einen erkennbaren Anteil Ackerbau betreiben würden, der die Verluste teilweise abpuffert.

 

Jürgen Trittin (Die Grünen):

Jürgen Trittin (Grüne)

Jürgen Trittin (Grüne)

Quelle: dpa

"Die 100 Millionen von Schmidt verlängern die Misere der Milchbauern – aber die Probleme werden dadurch nicht gelöst. Die Bundesregierung traut sich nicht, die Überproduktion zu reduzieren, sondern erleichtert sie durch Zuschüsse. Was nötig wäre, ist, die Überproduktion durch eine Milchquote zu beenden. Nur so werden auch kleinere Betriebe noch eine Zukunft haben. Sonst bleiben die großen Handelskonzerne die Gewinner und das Höfesterben geht weiter."

 

Thomas Oppermann (SPD):

Thomas Oppermann (SPD)

Thomas Oppermann (SPD)

Quelle: dpa

„Ich habe großes Mitgefühl für die schwierige Situation der Bauern. Es ist schlimm, dass sie von ehrlicher, harter Arbeit nicht leben können. Das darf nicht so bleiben. Die Milchkrise ist vor allem ein Mengenproblem. Der kontinuierliche Ausbau des Milchmarkts war ein Fehler. Nun muss die Menge dem Markt angepasst werden, das heißt, der Markt muss umstrukturiert werden. Dafür erwarte ich ein tragfähiges Konzept von der Milchwirtschaft."

 

Fritz Güntzler (CDU):

Fritz Güntzler (CDU)

Fritz Güntzler (CDU)

Quelle: dpa

„Ich finde es positiv, dass wir kurzfristig Maßnahmen treffen, um angesichts des fallenden Milchpreises finanzielle Engpässe bei den Landwirten zu überbrücken. Die Soforthilfen von mindestens 100 Millionen Euro könnten durch weitere Zusagen der Bundesländer sogar noch steigen. Hier ist jetzt auch das Land Niedersachsen als Agrarland gefordert seinen Beitrag zu leisten. Es ist gut, dass keine Eingriffe in den Milchmarkt, etwa durch Mengensteuerung, beschlossen wurden. Diese wecken aus meiner Sicht nur falsche Hoffnungen, denn wenn Europa auf einen Teil seiner Milchproduktion verzichtet, stabilisieren sich damit zwar kurzfristig die Weltmarktpreise. Das würde aber dazu führen, dass auf Sicht die Bauern in Neuseeland oder Nordamerika ihre Milchanlieferung wieder erhöhen. Daher begrüße ich vielmehr, dass neben den Finanzspritzen auch zusätzliche Bürgschaften, Kredite, steuerliche Entlastungen und Zuschüsse zur landwirtschaftlichen Unfallversicherung beschlossen wurden. Im Rahmen des vereinbarten Branchen-Dialogs Milch muss jetzt eine nachhaltige Lösung gefunden werden, die langfristig trägt.“

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