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Manche Handwerksbranche tut sich schwer mit Frauen

Ausstellung bei der Göttinger Gründungsberatung Manche Handwerksbranche tut sich schwer mit Frauen

Fest in Männerhand ist das Handwerk, abgesehen von einigen Berufen wie Friseurinnen oder Schneiderinnen. Diese Rollenbilder aufzubrechen ist Anliegen der Ausstellung „Meine Zukunft: Chefin im Handwerk“.

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Nur ein Fünftel der Auszubildenden sind Frauen.

Quelle: Heller

Göttingen. „Ein Fünftel der Auszubildenden sind Frauen“, nannte Jana Mälzer von der Handwerkskammer Göttingen-Hildesheim bei der Eröffnung am Donnerstag Zahlen. Sie konzentrierten sich vor allem auf die Bereiche Gesundheit, Textil und Gebäudereinigung. In diesen Branchen machten sich später Frauen selbstständig. Frauen leiteten ein Fünftel aller Handwerksbetriebe. Bei den Existenzgründungen sei der Anteil der Frauen im Kammerbezirk von 28 Prozent 2012 auf 38 Prozent 2015 gestiegen.

Nach wie vor gering ist der Frauenanteil jedoch auf dem Bau und in den Werkstätten, führte Mälzer aus. In einer dieser Männerbranchen, dem Tischlerhandwerk, begann Susanne Pauli 1985 ihre Lehre. Vor zehn Jahren machte sie sich in Klein Lengden selbstständig. Anfangs hätte sie noch schlechte Erfahrungen mit Kollegen, Sägewerksmitarbeitern oder Vertretern gemacht, sagte sie. Seither sei die Akzeptanz aber spürbar gestiegen.

Einen Durchbruch der Frauen in den Männerdomänen habe es jedoch nicht gegeben, bedauerte Pauli. Einige Vorurteilte hielten sich ungebrochen. Natürlich gebe es auf dem Bau und in den Werkstätten körperlich anstrengende Arbeiten. Vieles sei allerdings Übungssache. Zudem gebe es Hilfsmittel sowie Kollegen, die mit anpacken könnten. Auch Kinder seien kein Hinderungsgrund, wenn Firmen flexible Arbeitszeiten und Teilzeit anbieten würden. Unbestritten rau sei der Ton auf den Baustellen. Da gebe es allerdings heute auch Männer, die sich das verbäten. Für lächerlich hält Pauli das Argument, für Frauen fehle im Betrieb eine Toilette. „Dieses Problem müsste doch für uns Handwerker lösbar sein“, erklärt sie.

Verärgert zeigt sich die Tischlermeisterin darüber, dass Frauen als Gesellinnen oder Meisterinnen nur schwer Arbeit fänden. Viele Handwerker täten sich schwer damit, eine Frau als gleichberechtigte Kollegin oder gar als Chefin zu akzeptieren. Am leichtesten hätten es Frauen noch als Ausbilderinnen.

„70 Prozent der Handwerkerinnen wechseln später in einen anderen Bereich“, wusste Mälzer von der Handwerkskammer. In Zeiten des Fachkräftemangels seien das zu viele.

Vorbilder für junge Frauen

Oft sind es mangelnde Vorbilder, die junge Frauen von der Wahl bestimmter Berufe abhalten. Sechs Frauen in klassischen Männerberufen portraitiert die Ausstellung „Meine Zukunft: Chefin im Handwerk“. Da gibt es die technische Zeichnerin, die sich zur Bauingenieurin weiterqualifizierte, die Bootsbauerin und die Installateurin.

Schautafeln informieren über die Frauen, in Videos kommen sie selbst zu Wort. Die ehrgeizige Gastarbeitertochter machte nach der Lehre ihr Fachabitur und studierte Ingenieurswissenschaften. Heute wickelt sie Großprojekte wie den Bau von Botschaften ab. Die Gas- und Wasserinstallateurin aus Stuttgart übernahm den Betrieb der Mutter. Eine Bootsbauerin auf Usedom arbeitet in schwindelerregender Höhe auf den Masten ihrer Schiffe.

Frauen sollten ihren Interessen und Neigungen folgen, nicht gesellschaftlichen Konventionen. So lautet die Botschaft der Ausstellung, die von der Fachhochschule des Mittelstands in Bielefeld konzipiert worden ist. Umgesetzt wurde das Projekt vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Zusammenarbeit mit dem Zentralverband des deutschen Handwerks und der „bundesweiten gründerinnenagentur“. Die Göttinger Gründungsberatung Mobil zeigt die Ausstellung bis Freitag, 12. August, während der Öffnungszeiten in ihren Räumen in der Lotzestraße 22c.

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