Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Manufaktur „Marleaux“ aus Clausthal-Zellerfeld fertigt E-Bässe der Spitzenklasse

Für Queen und Madonna Manufaktur „Marleaux“ aus Clausthal-Zellerfeld fertigt E-Bässe der Spitzenklasse

Vor 25 Jahren eröffnete Gerald Marleaux seine Manufaktur für E-Bässe in einem unscheinbaren Haus in Clausthal-Zellerfeld. Hier werden E-Bässe für die Bands von Stars wie Madonna, Prince und Justin Timberlake gefertigt. Auch Queen zählt zu den Kunden.

Voriger Artikel
Endphase der Verkaufsverhandlungen für die Mündener Kliniken
Nächster Artikel
Imker aus Göttingen vermarkten Honig gemeinsam
Quelle: Rudolph

Clausthal-Zellerfeld. „Nein“, sagt Marleaux, viele Bewohner der Sägemüllerstraße wüssten wahrscheinlich nicht, was sich hinter dem Eingang zur Hausnummer 37 verbirgt: eine Instrumenten-Werkstatt der Spitzenklasse.

Hier entstehen auf rund 200 Quadratmetern in Handarbeit E-Bässe, die in die ganze Welt geliefert werden, vor allem nach Europa, die USA und Fernost. Natürlich nur auf Bestellung, wobei die Wartezeit etwa ein halbes Jahr beträgt. Die abgelegene Lage im Oberharz stelle eher einen Vor- als einen Nachteil dar, so Marleaux: „Wären wir in Berlin oder Hamburg, würde andauernd jemand reinkommen und uns stören. Hier haben wir unsere Ruhe.“

Und Ruhe ist etwas, das der geborene Clausthaler und seine vier Angestellten für ihre Tätigkeit dringend benötigen. Sie arbeiten nämlich alles andere als schnell, stellen im Jahr gerademal 160 E-Bässe her. Denn jeder Arbeitsschritt wir mit äußerster Präzision ausgeführt. Darum seien die Klangeigenschaft, die Bespielbarkeit und die Dynamik jedes einzelnen Instruments auch so außergewöhnlich hoch, wie Marleaux betont: „Wir streben nach Perfektion.“

Angefangen hat alles damit, dass der zwölfjährige Gerald kein Geld für einen E-Bass hatte. Also baute er sich selbst einen. Wenig später begann er, in der Werkstatt eines Gambenbaumeisters zu helfen. Es folgten eine Lehre als Kunsttischler sowie der Besuch der Fachoberschule Gestaltung in Hildesheim.

Dann starb der Gambenbaumeister – Marleaux übernahm seine Werkstatt, baute allerdings keine Gamben, sondern E-Bässe. Und hatte von Anfang an Erfolg, wie er im Rückblick feststellt: „Es ging glücklicherweise immer nur vorwärts, ohne jede Rückschläge.“ Die Künstler lernte er auf Fachmessen kennen.

Für die Instrumente verwendet die Manufaktur nur äußerst hochwertige Leime, Lacke, Saiten sowie Metall- und Elektronikteile. Und ausgesuchte Hölzer, unter anderem Palisander, Mahagoni, Ebenholz, Ahorn, Esche und Linde. Die jüngsten sind mindestens fünf, die ältesten über 60 Jahre alt. Marleaux hat extra eine Lagerhalle gemietet, damit die Hölzer dort in Ruhe trocknen können.

Derzeit arbeitet der 47-Jährige mit Göttinger Wissenschaftlern an einem Projekt, wie man einheimische Holzarten so bearbeitet, dass sie die Eigenschaften von Tropenhölzern annehmen. Ein anderes Projekt haben er und Physiker der TU Clausthal dieses Jahr abgeschlossen. Das Ergebnis war die Auslieferung eines E-Basses an die Band „Way to Bodhi“, die mit dem Instrument einen Song spielte, in dem es bis auf 15,2 Hertz runter ging – Weltrekord.

Die günstigsten E-Bässe von Marleaux kosten rund 2500 Euro, für den teuersten musste der Käufer 16000 Euro hinlegen. „Reich wird man in diesem Geschäft definitiv nicht“, sagt der Vater zweiter Töchter, „aber man kann ganz gut davon leben.“ In Rente gehen werde er sowieso nie: „Ich werde E-Bässe bauen, bis ich umfalle.“

Von Hauke Rudolph

Voriger Artikel
Nächster Artikel
DAX
Chart
DAX 10.529,50 +0,15%
TecDAX 1.687,00 +0,03%
EUR/USD 1,0673 ±0,00%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

DT. TELEKOM 14,69 +0,71%
BAYER 87,21 +0,71%
HEID. CEMENT 83,50 +0,67%
DT. BANK 14,73 -1,98%
VOLKSWAGEN VZ 118,37 -0,71%
LUFTHANSA 12,14 -0,50%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Bakersteel Global AF 166,72%
Structured Solutio AF 154,79%
Stabilitas PACIFIC AF 142,96%
AXA IM Fixed Incom RF 139,36%
Polar Capital Fund AF 103,07%

mehr

Wirtschaft Rubriken
Rubriken Wirtschaft Göttingen und die Welt