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„Martin Christ“ und Sigma produzieren in Osterode

Gefriertrocknungsanlagen und Zentrifugen „Martin Christ“ und Sigma produzieren in Osterode

Die „Martin Christ Gefriertrocknungsanlagen“ und die „Sigma Laborzentrifugen“: zwei Weltmarktführer unter einem Dach in Osterode, die Synergieeffekte zu nutzen wissen. Entwicklung, Produktion, Marketing und Vertrieb führen sie getrennt durch, Buchhaltung, Personalwesen, EDV und Logistik dagegen gemeinsam.  

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Osterode. Wer das rund 15000 Quadratmeter große Betriebsgelände am Fuße der Osteroder Kalkberge betritt, dem fällt eins sofort auf: Alles ist außerordentlich sauber und gepflegt. Dieser Eindruck setzt sich innen fort. Die Einrichtung ist auf dem neuesten Stand, die Produktionsbereiche wirken blitzeblank. Im Innenhof plätschert ein von Bänken umstandener Springbrunnen, den ein Baldachin überspannt.

„Dieses gepflegte Erscheinungsbild ist eine von zwei Säulen, auf denen unsere Unternehmenskultur ruht“, erläutert Michael Sander, Geschäftsführer von Sigma. Die andere: das gute Arbeitsklima. Kommunikation werde großgeschrieben, die gesamte Belegschaft – von der Geschäftsführung bis zum Azubi – arbeite vertrauensvoll zusammen. „Mein Kollege und ich machen uns die Mühe, jeden Morgen durch den Betrieb zu gehen und alle Mitarbeiter per Handschlag zu begrüßen“, berichtet „Martin Christ“-Geschäftsführer Frank Harms. Dies nehme zwar rund eine halbe Stunde in Anspruch, sei aber ein Aufwand, der sich letztendlich bezahlt mache.

„Dies ist ein traditionelles Familienunternehmen, aber eines, in dem es keinerlei patriarchalische Strukturen gibt“, sagen Sander und Harms unisono. Gegründet wurde die Firma 1947 von Martin Christ. In den 70er Jahren übernahmen dessen Söhne, bis sie sich vor ein paar Jahren von der Geschäftsführung zurückzogen und mit Sander und Harms Manager von außen verpflichteten.

In Kürze wird jedoch wieder ein Familienmitglied Mitglied der Geschäftsführung sein: Malte Christ (31, Wirtschaftsingenieur), Angehöriger der dritten Generation, ist dabei, ins Unternehmen einzusteigen. Das hat vor sechs Jahren für mehrere Millionen Euro eine riesige neue Logistikhalle mit einem vollautomatischen, intelligenten Lagersystem errichtet. Eine zukunftsweisende Investition, so Harms. Ein Familienunternehmen müsse eben nicht, wie eine Aktiengesellschaft, alle drei Monate eine Bilanz präsentieren, sondern könne langfristig planen.

Was sind eigentlich die Geschäftsfelder der Osteroder? „Martin Christ“ stellt Gefriertrocknungsanlagen zur schonenden Trocknung hochwertiger Produkte her, beispielsweise Arzneimittel, Umweltproben, forensische Untersuchungsgegenstände, archäologische Funde, alte Dokumente sowie Lebensmittel wie Trüffel oder Stutenmilch. Rund 1000 Stück verlassen jedes Jahr die Produktionshallen, wobei die kleinsten etwa 40 Kilo schwer sind und 5000 Euro kosten, die größten dagegen gigantische Anlagen von 20 Tonnen mit einem Wert von 2,5 Millionen Euro sind.

Sigma dagegen baut Zentrifugen, die praktisch überall dort zum Einsatz kommen, wo Labore stehen, zum Beispiel in Kliniken, Blutbanken, der Umwelttechnik, der Biotechnologie sowie der Pharma-, der Chemie, der Erdöl- und der Lebensmittel-Industrie. „Wir produzieren im Jahr mehrere tausend Stück im Wert von jeweils 1000 bis 40000 Euro“, sagt Sander und weist darauf hin, dass Osterode als Standort von Sigma und seinem Wettbewerber „Thermo Fisher Scientific“ als das „Zentrifugen-Mekka der Welt“ bezeichnet werden könne.

Zusammen beschäftigen „Martin Christ“ und Sigma rund 200 Mitarbeiter und erwirtschaften einen Umsatz von etwa 45 Millionen Euro. Beide Firmen gehören weltweit zu den top fünf ihrer jeweiligen Branche, ihr jeweiliger Exportanteil beträgt circa 75 Prozent – die Produkte aus Osterode gehen in weit über 100 Länder.

Von Hauke Rudolph

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