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Massenkündigungen bei Richter in Hessisch-Lichtenau

Pionier droht der Untergang Massenkündigungen bei Richter in Hessisch-Lichtenau

Riesige Pressen, Stahlkörper für Windkraftanlagen – beim nordhessischen Metallbauer Maschinenfabrik Richter werden seit genau 70 Jahren riesige Schwergüter von bis zu mehreren hundert Tonnen Gewicht produziert.

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Wirtschaftlichkeit des geplanten Schwergutterminals gefährdet?

Quelle: EF

Hessisch-Lichtenau. Nun gab es auf einer kurzfristig einberufenen Betriebsversammlung schlechte Nachrichten: Allen 106 Mitarbeitern wird gekündigt. Der Schweißbetrieb soll Ende Juni eingestellt werden, Ende September dann der Bereich Mechanik.
Grund für die sich anbahnende Insolvenz ist nach Angaben von Geschäftsführer Axel Richter, dass die Kasseler Bank zum 12. Februar die Konten des Unternehmens eingefroren hat. Richter arbeitet jedoch in einem Marktumfeld, in dem es keine Vorkasse gibt, sondern erst nach Auslieferung der bestellten Teile Geld fließt. Bis zu neun Monate können zwischen Auftragseingang und Bezahlung vergehen. „Wir haben Auftragsanfragen über 20 Millionen Euro“, sagt Axel Richter.  „Wir müssen dafür aber das Material einkaufen und vorfinanzieren – was jetzt nicht mehr geht. Also kann ich die Aufträge nicht annehmen.“

Seitdem hat man sich mit dem Abarbeiten von älteren Aufträgen und solchen über Wasser gehalten, bei denen das Material vom Kunden geliefert wurde. Wie es weitergeht, ist noch völlig offen, ob es eine Auffanggesellschaft oder einen anderen Investor geben wird, wird die nächste Zeit zeigen. Das Verhalten der Kasseler Bank, die sich auf Tageblatt-Anfrage mit dem schlichten Verweis auf das Bankgeheimnis nicht zu der Angelegenheit äußern möchte, stößt bei Richter auf Irritationen. „Wir bekommen bei der Bank nicht einmal einen Gesprächstermin, die Absage haben wir schriftlich vorliegen“, so Richter. 

Insbesondere bedauerlich ist die Entwicklung bei Richter für ein ganz anderes Projekt: den Bau des Schwergutterminals an der Weser in Hann. Münden. Denn Richter war es, die 2008 auf eigene Kosten die Weserumschlagstelle – Hann. Mündens alten Hafen – instandsetzen ließen, da der Verfall der Straßen- und Brückeninfrastruktur den Abtransport der immer größer und schwerer werdenden Bauteile nicht mehr zuließ. Nach Richter begann auch die Kasseler Alstom, Waren über die Weser zu verschiffen – eine Wiederbelebung des seit 1978 ruhenden Frachtverkehrs auf der Oberweser.

Aus dieser Entwicklung heraus entstand zunächst die Idee, eine Portalkrananlage an der Weserumschlagstelle zu errichten. Später dann gewann die Idee eines Schwergutterminals, welches nicht nur der Verladung, sondern auch dem Bau von größeren Teilen dienen soll, an Kontur. Eine maßgebliche Triebkraft dieses infrastrukturellen Großprojekts war Richter, deren betriebliches Überleben mittel- bis langfristig von der Errichtung einer solchen Verladeanlage abhing.
Rolf Bilstein, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Hann. Münden (WWS) bedauert die aktuelle Entwicklung bei Richter sehr, da die Nordhessen sehr viel Herzblut in den Wesertransport gesteckt haben.

Gleichwohl sieht er dadurch die Pläne für das Schwergutterminal nicht in Gefahr, da Richter das Terminal zur Verladung, aber nicht zur Konstruktion genutzt hätte. Dennoch will man auf Nummer sicher gehen: „Wir haben eine Potenzialanalyse für die Wirtschaftlichkeit des Terminals anfertigen lassen. Wir werden die Berechnungen jetzt noch einmal ohne den Anteil der Maschinenfabrik Richter anstellen lassen.“

Von Sven Grünewald

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