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Knapp jeder 6. Rentner arbeitet

Mehr Angebote für Rentner Knapp jeder 6. Rentner arbeitet

Ehekrach, Langeweile oder Armut: Immer mehr Menschen im Rentenalter wollen oder müssen arbeiten. Gleichzeitig werden gewerbliche oder private Auftraggeber aufgeschlossener gegenüber den Älteren.

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Zunehmende Altersarmut: Rentner gehen zunehmend Beschäftigungen nach, etwa im Garten, Fahrdienst, Haushalt oder als Hausmeister.

Quelle: dpa

Göttingen. „Wir beschäftigten seit längerem Rentner vor allem im Fahrdienst der Tagespflege. Sie sind gar nicht so sehr aus wirtschaftlichen Gründen hier, sondern suchen nach einer sinnstiftenden Aufgabe“, sagt Jens-Uwe Krüger, Geschäftsführer des Seniorenzentrums Göttingen. Derzeit seien es zwei, die überschaubare Tätigkeiten wahrnehmen. So übernehmen sie etwa die Fahrschichten von sieben bis neun oder 16 bis 18 Uhr. Zwar müssten sie dafür eine gewisse körperliche Fitness mitbringen, aber das sei bei vielen noch der Fall. Aufgrund der eigenen guten Erfahrungen empfiehlt Krüger das Modell, Rentner zu beschäftigen, gerne weiter.

„Die, die sich bei uns melden, sind ausgesprochen motiviert“, beobachtet Monika Skotnik, die in der Arbeitsagentur Minijobs vermittelt. Von den etwa 460 Arbeitssuchenden in ihrer Kartei seien etwa 30 im Alter zwischen 63 und 70. Jobs, für die speziell Rentner gesucht würden, gebe es so zwar nicht, aber „Arbeitgeber stehen Rentnern immer häufiger aufgeschlossen gegenüber“.

Manchmal klafften aber Wunsch und Möglichkeiten auch weit auseinander. Für Bürotätigkeiten etwa gebe es heute ganz andere Anforderungen, die erst einmal erfüllt werden müssten. „Viele Damen sagen auch, sie würden gerne in einem Haushalt mit Kindern mithelfen, da die eigenen Enkel oft weit weg wohnen“, so Monika Skotnik. Männer hingegen suchten meist Gartenarbeit, Fahrertätigkeiten oder Hausmeisterdienste.

Die Gründe, die Monika Skotnik zu hören bekommt, sind vielfältig. Der Ehepartner kann so ein Grund sein, weil im Ruhestand plötzlich viel mehr Zeit miteinander verbracht – und ausgehalten – werden muss. Aber auch die Flucht aus der Einsamkeit oder Langeweile kommen vor. Es überwiegen jedoch „finanzielle Gründe, weil die Rente nicht ausreicht. Das sind etwa 75 Prozent der Fälle. Ich sehe da klar die Altersarmut am Werk. Das sagen mir auch viele ganz direkt.“

Dass es sich dabei um ein zunehmendes Problem handelt, erfährt auch Henry Royeck in seiner Beratungstätigkeit bei der Ländlichen Erwachsenenbildung für Arbeitslosengeld-2-Empfänger. „Das Gros der Ratsuchenden, etwa die Hälfte bis zwei Drittel, ist nicht 24, sondern um die oder über 50.“

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. hat für jeden Landkreis in Deutschland Zahlen aufbereitet, wie sich die Beschäftigung von älteren Menschen zwischen 2000 und 2015 entwickelt hat:

  • Landkreis Göttingen: Der Anteil der beschäftigten Arbeitnehmer zwischen 65 und 70 Lebensjahren stieg von 2000 bis 2015 um 120,7 Prozent. 2015 gingen von den etwas über 12000 Menschen dieser Altersgruppe 11,7 Prozent einer geringfügigen Beschäftigung nach, insgesamt waren 15,6 Prozent beschäftigt. Im Jahr 2000 betrug der Anteil der geringfügig Beschäftigten erst 6,1 Prozent.
  • Landkreis Osterode: Der Anteil der beschäftigten Arbeitnehmer zwischen 65 und 70 Lebensjahren stieg von 2000 bis 2015 um 117,5 Prozent. 2015 gingen von den etwa 4600 Menschen dieser Altersgruppe 10,2 Prozent einer geringfügigen Beschäftigung nach, insgesamt waren 13,2 Prozent beschäftigt. Im Jahr 2000 betrug der Anteil der geringfügig Beschäftigten 5,4 Prozent.
  • Landkreis Northeim: Der Anteil der beschäftigten Arbeitnehmer zwischen 65 und 70 Lebensjahren stieg von 2000 bis 2015 um 93,7 Prozent. 2015 gingen von den knapp 7400 Menschen dieser Altersgruppe 12,6 Prozent einer geringfügigen Beschäftigung nach, insgesamt waren 15,8 Prozent beschäftigt. Im Jahr 2000 betrug der Anteil der geringfügig Beschäftigten 7,4 Prozent.

Altersarmut

Überdurchschnittlich betroffen: Seit 2014 sind ältere Menschen überdurchschnittlich von Armut bedroht. Laut dem alle ein bis zwei Jahre erscheinenden Armutsbericht des Paritätischen Gesamtverbands lag die durchschnittliche Armutsquote im Jahr 2014 bei 15,4 Prozent (in den Landkreisen Goslar, Osterode, Northeim und Göttingen 2014 bei 19,2 Prozent), die der Alten jedoch bei 15,6 Prozent. Insbesondere Frauen sind Altersarmut betroffen – die Lücke zwischen den Alterssicherungseinkommen von Männern und Frauen liegt bei fast 60 Prozent.  

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