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Ministerpräsident Stephan Weil bei Conti in Northeim

Container-Transport per Rohrpost Ministerpräsident Stephan Weil bei Conti in Northeim

Per Rohrpost will die Contitech AG künftig Container vom Hafen ins Hinterland versenden. Das berichtete Vorstand Hans-Jürgen Duensing dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) bei dessen Besuch des Northeimer Unternehmens.

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In der Conti-Fertigung: Stepahn Weil und Peter Scholtissek (r.)

Quelle: Caspar

Northeim. Ein entsprechendes Forschungs- und Entwicklungsprojekt, so Duensing, habe Contitech mit der Universität Hannover und anderen Industriepartnern, darunter der Deutschen Bahn, der Deutschen Post und DHL, gestartet.

Die Container, so die Idee, sollen vollautomatisch auf Förderbändern mit einer Geschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde zum Ziel transportiert werden. Auch Pakete ließen sich so verfrachten, sagte Duensing. Das senke die Transportkosten und entlaste die Straßen. Die Transportbänder könnten, eventuell in Tunneln, unter Stromtrassen verlaufen.

Mit dem Tunnelbau befasse sich die Contitech seit Jahren. Derzeit bauten sie in China mit anderen einen 500 Kilometer langen Tunnel.

„Die Anfangsinvestition ist hoch, rechnet sich aber auf lange Sicht beim Transport großer Mengen“, betonte Duensing. Förderbänder fertige die Contitech seit 100 Jahren. Das Unternehmen habe sie seinerzeit für den deutschen Stein- und Braunkohlebau entwickelt. Die Bänder würden bis heute unter anderem für den Bergbau gefertigt. Stahlseile gäben den Gummibändern die nötige Festigkeit.

Das Unternehmen fertigt auch Schläuche. Zu den Produkten des Bereichs Elastomerbeschichtung gehören Drucktücher und Tanks. Das Segment Vibrationskontrolle stellt Teile zur Unterdrückung von Schwingungen bei Motoren und Getrieben her.

Auszubildende für Elektro- und für Verfahrenstechnik seien schwerer zu finden, berichtete Contitech-Personalchefin Bärbel Sadek-Geipel. Das Unternehmen, bei dem auf 1800 Mitarbeiter 55 Lehrlinge kommen, versuche durch Schulkooperationen Begeisterung für die Arbeit mit Gummi zu wecken. Auch schwer vermittelbare Jugendliche erhielten eine Chance.  

Weil, der die in Hannover ansässige Continental und deren Tochter Contitech aus seiner Zeit als Oberbürgermeister kennt, freute sich über das Niedersachsenross im Firmenlogo. Harry Rogasch, Leiter der Conti-Repräsentanz in Berlin, verriet dem Ministerpräsidenten, wie das Tier dort hingekommen ist.

Als das Unternehmen 1871 gegründet worden sei, so Rogasch, hätte es unter anderem Hufpuffer, eine Art Gummischuhe für Zugpferde, hergestellt. Die Tiere seien damals oft auf Kopfsteinpflaster ausgerutscht.

Von Michael Caspar

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