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Mit Rauschen und Pfeifen gegen Wirtschaftsspione

Sicherheit von Unternehmen Mit Rauschen und Pfeifen gegen Wirtschaftsspione

Eine bahnbrechende Erfindung zum Sch utz gegen Wirtschaftsspionage haben Firmen aus der Region gemacht. Sie entwickeln Scheiben gegen das Abhören von Gesprächen.

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Blick durchs Sicherheitsglas: Andreas Schulz und Torsten Bold (von links) erklären die Innovation aus der Region.

Quelle: Heller

„Der Schuh drückt gewaltig“, sagt Andreas Brosinger vom Europäischen Zentrum für adaptronische Systeme (ECAS) in Göttingen. In den vergangenen zehn Jahren sei das Abhören von Wohnungen einfach geworden. „Früher musste jemand innen eine Wanze installieren, heute reicht es, von außen einen Laserstrahl auf die Fensterscheibe zu richten“, erläutert der promovierte Ingenieur. Die Scheibe vibriere durch das Gespräch im Raum. Das erfasse der Laser. Die aufgezeichnete Schwingung lasse sich mit entsprechender Technik wieder in Worte umwandeln. Solche Geräte gäbe es mittlerweile ab 15 000 Euro zu kaufen.

„Das hat der Wirtschaftsspionage ganz neue Möglichkeiten eröffnet“, warnt Klaus Kindler von der Sicherheitsfirma HKS-Unternehmensberatung & Service GmbH aus Adelebsen. Entsprechend besorgt reagierten Unternehmer. HKS habe daher in Zusammenarbeit mit dem ECAS und mit Unterstützung deutscher Sicherheitsbehörden ein Gerät entwickelt, das die Scheibe selbst zum Schwingen bringe – mit Rauschen, Pfeifen oder Stimmen.

Als sich HKS mit dieser – nach Darstellung von Kindler weltweit einzigartigen – Erfindung um den Innovationspreis des Landkreises bewarb, schaltete Stefanie Kleine, die zuständige Mitarbeiterin der Wirtschaftsförderung Region Göttingen, sofort. „Sie sollten unbedingt Kontakt mit der Isophon Glas GmbH aus Hann. Münden aufnehmen“, riet sie. Die Mündener Firma, die im Ortsteil Gimte 70 Mitarbeiter beschäftigt, hat zusammen mit Unternehmer Andreas Schulz aus Rosdorf eine schusssichere Scheibe entwickelt. „Sie wiegt mit 40 Kilogramm pro Quadratmeter mehr als die Hälfte weniger als herkömmliche Scheiben gleicher Leistung“, berichtet Geschäftsführer Torsten Bold. Erreicht werde dies durch eine Kombination von Glas und dem sehr harten Kunststoff Polycarbonat. Vor zwei Monaten kam der erste Kontakt zwischen den Erfindern zustande. Nun wollen sie die beiden neuen Produkte kombinieren. In einem Monat soll die schuss- und abhörsichere Scheibe auf dem Markt sein. „Zusammenarbeit zwischen innovativen Unternehmen: Das ist es, was ich erreichen will“, freut sich Landrat Reinhard Schermann. Er ist der Initiator des Innovationspreises.

Von Michael Caspar

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