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Mündener Wirtschaftsförderer geht

Mündener Wirtschaftsförderer geht

Nach zwei Jahren Tätigkeit als Geschäftsführer der Mündener Wirtschaftsförderung WWS hat Rolf Bilstein seinen Rückzug angekündigt. Die Gesellschafter der städtischen WWS GmbH müssen nun entscheiden, wie es weitergeht mit der WWS und welche Konsequenzen aus den vergangenen zwei Jahren gezogen werden – denn da lief bei weitem nicht alles rund.

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Rolf Bilstein

Quelle: EF

Hann. Münden. Rolf Bilstein, 64 Jahre alt, wurde zum 15. Mai 2013 als Geschäftsführer der WWS bestellt, die sich um Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing kümmern soll. Das Besondere daran: Bilstein machte den Vollzeitjob ehrenamtlich. Eigentlich war und ist er Geschäftsführender Gesellschafter des Mündener IT-Dienstleisters DOS Software-Systeme GmbH mit Hauptsitz in Hann. Münden und Büro in Wolfsburg, 110 Mitarbeiter beschäftigt er inzwischen, so Bilstein. „Ich habe zwischen 40 und 50 Stunden pro Woche für die WWS geleistet. Auch, wenn viele Sitzungen am Abend gewesen sind, wäre das nicht möglich gewesen, wenn ich mich nicht bei DOS zurückgezogen hätte – was dank einem Geschäftsführer und zwei Prokuristen auch lief. Ich habe den Job bei der WWS mit viel Herzblut aus Verbundenheit zur Stadt gemacht und weil ich die Handlungsnotwendigkeit gesehen habe. Ohne das funktioniert kein Ehrenamt“, sagte Bilstein.

 

„Bilstein war sehr kreativ und unkonventionell“, meint Detlev Barth, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung des Landkreises Göttingen. Bereits vor der WWS gab es die Pläne der Landkreise Göttingen und Osterode, an der alten Weserumschlagstelle eine Portalkrananlage für den Schwerguttransport auf der Weser zu errichten. „Diese Anfangsidee ist von Bilstein in Richtung des Schwergutterminals weiterentwickelt worden. Wenn das realisiert wird, werden dort nicht nur Waren angeliefert und verschifft, sondern dann kann da auch montiert werden, das heißt Wertschöpfung und Arbeitsplätze.“ Auch die alte Weserumschlagstelle ließ Bilstein herrichten, um für den interessanten Standort Investoren zu gewinnen. Runde Tische mit der lokalen Wirtschaft und Stadtmarketing standen ebenfalls auf Bilsteins Agenda.

 

Das ist die eine Seite. Die andere brachte Hann. Mündens Bürgermeister Harald Wegener zum Ausdruck, als er auf den Abschied Bilsteins angesprochen wurde: „Kein Kommentar.“ Ein Grund dürfte sein, dass Bilstein zu viel Personal einstellte und damit seinen Etat deutlich überzog. Von 40000 Euro bei einem Gesamtetat von 240000 Euro ist die Rede. Dabei hat die Stadt ohnehin schon mit einer sehr starken Verschuldung zu kämpfen. Auch persönlich was das Verhältnis zwischen WWS und Stadt nicht unbelastet – Bilstein strengte etwa vor dem Verwaltungsgericht Göttingen eine Klage gegen die Stadt Hann. Münden an, Streitwert 200000 Euro, die schließlich zurückgezogen wurde, aber dennoch Kosten in fünfstelliger Höhe verursacht haben soll – die wiederum von der WWS zu tragen waren und damit auch von der Stadt selbst.

 

Der Unternehmer, der „Macher“ Bilstein machte sich damit nicht nur Freunde. Und so sind offenbar nicht wenige erleichtert, dass es nun die Chance für einen Neuanfang gibt und man aus den gemachten Erfahrungen mit einer professionalisierten Wirtschaftsförderung profitieren kann. „Stadtmarketing ist kein einfaches Feld, darin macht man sich angreifbar“, betont Dr. Jens Herbort von der städtischen Wirtschaftsvereinigung Mündener Gilde e.V. „Daher danken wir Rolf Bilstein für seinen Einsatz. Wir halten es für wichtig, dass es auch zukünftig eine Person gibt, welche die Akteure und Geschehnisse in Münden bündelt und eigene Initiativen anstößt. Sonst sind wir wie ein Orchester ohne Dirigent.“ Wie es weitergeht, mit wie vielen Mitarbeitern und ob es einen hauptamtlichen Geschäftsführer geben wird – alles noch offen und davon abhängig, was sich die Stadt zukünftig leisten will.

 

Bilstein selbst freut sich inzwischen auf den Ruhestand und eine Weltreise, die er nach seinem Ausscheiden aus der WWS antreten möchte: in 80 Tagen um die Welt. „Aber wenn es 20 oder 30 Tage mehr werden, stört mich das auch nicht.“

Von Sven Grünewald

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