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Myriamed aus Göttingen prüft Wirkstoffe mit künstlichem Gewebe

Innovationspreis 2014 Myriamed aus Göttingen prüft Wirkstoffe mit künstlichem Gewebe

76 Firmen und Institutionen haben sich um den Innovationspreis 2014 des Landkreises Göttingen beworben. Nicht alle konnten gewinnen, obwohl viele Ideen und Erfindungen einen Preis verdient hätten. Das Tageblatt stellt die Teilnehmer und ihre Beiträge vor. Heute: Myriamed.

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Wolfram-Hubertus Zimmermann züchtet Herzgewebe aus Stammzellen. Jetzt sucht er zur Vermarktung strategische Partner.

Quelle: Hinzmann

„Interessenten an unserer Firma gibt es einige, doch die Bedingungen einer strategischen Partnerschaft müssen stimmen“, sagt Prof. Wolfram-Hubertus Zimmermann (44). Der Wissenschaftler, der seit 2008 das Institut für Pharmakologie der Universitätsmedizin Göttingen leitet, hat Ende 2012 mit vier weiteren Gesellschaftern die Firma Myriamed mit Sitz in Hamburg gegründet. Sie holte in der Kategorie der Jungunternehmen den Innovationspreis.

Zimmermann war im Jahr 2002 weltweit der erste, dem die Anzucht von Herzgewebe aus Stammzellen gelungen ist. Zehn Jahre lang hat er an einer Perfektionierung des Verfahren gearbeitet. Das künstliche Herzgewebe, so die Geschäftsidee von Myriamed, soll nun bei der Medikamentenentwicklung zur frühzeitigen Überprüfung von Wirkstoffkandidaten dienen.

„Herznebenwirkungen sind eine Hauptursache dafür, dass zunächst vielversprechende Arzneimittel am Ende nicht für die Anwendung geeignet sind“, erläutert der Professor. Möglicherweise lebensbedrohende Nebenwirkungen lassen sich im Tierversuch nicht immer erkennen. So fallen sie oft erst in der klinischen Prüfung oder sogar erst nach der Markteinführung auf. Der Grund: Die Herzen von Mäusen und Ratten unterscheiden sich von denen des Menschen. Ein anderes Problem: Einige Wirkstoffe, die bei Tieren Probleme verursachen, verträgt ein Mensch gut.

„Kommt unser Verfahren zum Einsatz, ließen sich die Kosten für die Entwicklung eines Medikaments von derzeit einer Milliarde Euro erheblich senken“, sagt Zimmermann. Kaufleute überzeuge das. Die konservative Pharmabranche ersetze jedoch bewährte Verfahren nur langsam durch innovative Modelle. Schließlich habe sie so auch bisher viel Geld verdient.

Um den Durchbruch am Markt zu schaffen und das operative Geschäft der Myriamed in eigene Laborräume zu überführen, suchen der Professor und seine Mitgesellschafter, alles Unternehmer mit eigenen Firmen, strategische Partner. Derzeit erfolgt die Substanztestung noch an der Universitätsmedizin Göttingen. Geschäftsführende Gesellschafter sind Jörg Rosowski sowie der Bruder des Professors, Gunther Zimmermann. Der Wissenschaftler hat bereits weitere Pläne. Präklinische Tests seien auch mit dem Gewebe anderer menschlicher Organe möglich, berichtet er.

Von Michael Caspar

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