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Nach 20 Jahren endet das Konkursverfahren der Gebr. Kühne GmbH

20 Jahre warten auf Geld Nach 20 Jahren endet das Konkursverfahren der Gebr. Kühne GmbH

Anfang August hat die Auszahlung der Gläubigerforderungen gegenüber der Gebr. Kühne GmbH in Adelebsen begonnen. Damit ist ein inzwischen 20 Jahre währendes Konkursverfahren in seine letzte Phase eingetreten. Das Sägewerk selbst existiert jedoch schon seit 2010 nicht mehr.

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An der Straut 1, Adelebsen: Wo sich heute ein Solarpark und Spedition Kreykenbohm befinden, lag das Kühne-Sägewerk.

Quelle: Pförtner

Adelebsen. Die Geschichte rund um das Sägewerk und den Holzhandel Gebr. Kühne GmbH in Adelebsen ist eine bewegte, die auch nach der Schließung des Betriebs weiterging und erst jetzt ihr Ende findet: Das Sägewerk war mit rund 300 Mitarbeitern einmal eines der bundesweit größten Sägewerke, wurde 1990 verkauft, meldete 1994 Konkurs an, schaffte den Wiederaufstieg als eigenständiges Unternehmen im Konkursverfahren, wurde 2006 wieder verkauft, geriet aber wieder in eine Schieflage und wurde schließlich 2010 geschlossen. Historisch am Kühne-Konkurs ist zweierlei: zum einen die Länge des Konkursverfahrens von zwei Jahrzehnten, zum anderen aber auch die Summe, die den Gläubigern nun zurückgezahlt wird.

Mit Eröffnung des Konkursverfahrens 1995 beliefen sich die gesamten Forderungen der Gläubiger auf umgerechnet 19,23 Mio. Euro. Nach damaligem Konkursrecht waren davon 2,1 Mio. Euro vorrangige Forderungen, die bereits zuvor zu 100 Prozent bezahlt wurden. Von den verbliebenen 17,13 Mio. Euro ausstehender Forderungen können nun 64,3 Prozent zurückgezahlt werden – das sind etwas über elf Mio. Euro. Für Konkursverwalter Richard Foltis, Rechtsanwalt aus Kassel, ein riesiger Erfolg: „Die Konkursquote ist exorbitant hoch. Ich kenne kein Insolvenzverfahren, das auch nur annähernd diese Quote erreicht hat. Die Quoten liegen selten über fünf Prozent.“

Seit Freitag, 7. August, erhalten nun nach und nach die mehr als 500 Gläubiger einen Teil ihres Geldes, auf das sie seit 20 Jahren warten. Allerdings ist die Sägewerksbranche überschaubar, so Foltis. Daher steht jetzt sein Telefon nicht mehr still, denn der Geldsegen hat sich schnell rumgesprochen. Bis aber auch der letzte Gläubiger bedient ist, kann es noch ein wenig dauern. „Wir schaffen am Tag zehn bis zwölf Auszahlungen, weil wir jede genau prüfen müssen.“
Dass es überhaupt so eine hohe Auszahlung gibt, liegt am wirtschaftlichen Erfolg, den sich das Sägewerk nach dem Konkurs erarbeitet hat. Als es 2006 an die österreichische Klausner-Gruppe „übertragend saniert“ verkauft wurde, machte es wieder einen Umsatz von etwa 80 Mio. Euro.

Das Konkursverfahren konnte indes noch nicht abgeschlossen werden, weil nach dem Verkauf von Seiten der Arbeitnehmer ein Rechtstreit um rückwirkende Sonderzahlungen begonnen wurde – mit insgesamt 265 Klagen vor dem Arbeitsgericht. „Die Auseinandersetzungen haben Jahre gedauert“, so Foltis. Aber auch die Klausner-Übernahme war erst 2012 mit der letzten Rate abgeschlossen. „Erst dann hatte ich alles Geld zusammen und wir konnten mit der Erstellung der Abschlussbilanzen beginnen.“ Die jetzt begonnene Auszahlung läutet nun das allerletzte Kapitel ein. Dann findet der längst Tote seinen Frieden.

Von Sven Grünewald

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