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Neue Heimat Uni-Klinikum

Erste Bilanz Neue Heimat Uni-Klinikum

Seit Anfang April ist das Mündener Klinikum in neuer Trägerschaft bei einer Investorengruppe. Bereits Anfang Februar hat eine Transfergesellschaft ihre Arbeit aufgenommen und unterstützte 78 entlassene Klinikmitarbeiter, 12 von ihnen aus Bad Münder, bei der Jobsuche. 31 wurden bereits fündig.

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Das Universitätsklinikum Göttingen (Archivaufnahme)

Quelle: Wendemann (Archiv)

Hann. Münden. Die Auffanggesellschaft, geleitet von der Futura Personalentwicklung GmbH aus Hannover, präsentierte ihrem Beirat nach zwei Monaten Laufzeit eine erste Bilanz – die maximale Laufzeit der Transfergesellschaft beträgt sechs Monate. Formal wechselten die ehemaligen Krankenhausbeschäftigten in die Futura und sind nun dort beschäftigt. Für deren Qualifizierungs- und Beratungsmaßnahmen wurden insgesamt 1,6 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. In der Transfergesellschaft erhalten die Mitarbeiter 80 Prozent des durchschnittlichen Nettolohnes aus den letzten zwölf Monaten.

„Dass nach acht Wochen 31 Mitarbeiter schon wieder in Arbeit sind, das sind etwa 40 Prozent, das ist sehr gut“, so Diethelm Langer, Personalverantwortlicher bei der Futura. „Man muss sagen, dass die Beschäftigten von Anfang an sehr aktiv sind. Natürlich gab es zunächst das Frusterlebnis, dass sie nicht übernommen wurden. Aber das ist relativ schnell gekippt.“  Die verhältnismäßig kurze Laufzeit der Transfergesellschaft und Schnell-Wechselprämien hätten das Ihre dazu beigetragen. 

Mit dem bisherigen Ergebnis der Jobsuche ist auch die Gewerkschaft Verdi sehr zufrieden. „Bei uns gab es bislang noch keine negativen Rückmeldungen von Beschäftigten“, so Julia Niekamp, für das Mündener Klinikum zuständige Gewerkschaftssekretärin. Einen Großteil der Mitarbeiter hat dabei das Uni-Klinikum in Göttingen eingestellt.

Vor allem das ehemalige Pflegepersonal hat sehr gute Jobperspektiven. „Es sind auch 60-Jährige mit Schwerbehinderung in Krankenhäusern untergekommen“, so Langer. „Sie konnten sich ihren Arbeitgeber sogar aussuchen.“ Aber auch Personal aus dem Verwaltungsbereich hat schon neue Anstellungen gefunden. Das Berufespektrum in der Futura ist breit – vom Ingenieur für Funkelektronik bis zur Sozialpädagogin. „Schwierig ist es insbesondere für die Servicekräfte, die etwa das Essen ausgeteilt haben“, sagt Langer. Die hätten überwiegend in Teilzeit gearbeitet, aber „dafür lohnt es sich nicht, nach Göttingen zu fahren“. Arbeitgebern komme man grundsätzlich sehr entgegen, wenn zwar die Chemie stimmt, aber die Qualifikationen nicht ganz passten. „Wir machen auch zielgerichtete Anpassungsqualifikationen, etwa wenn SAP-Kenntnisse fehlen, sorgen wir für eine Schulung.“

Die Altersstruktur in der Transfergesellschaft zeigt, dass vor allem die Alten aussortiert wurden: Ex-Klinikumsmitarbeiter unter 30 gibt es keine, 24 sind im Alter von 30 bis 49 Jahren, 18 sind 50 bis 54 Jahre alt und 36 sind älter als 55. Für die Älteren, teils mit Schwerbehinderung, die nicht in einem Mangelberuf tätig waren, wird es allerdings schwierig. Sie erhalten zwar EDV-Fortbildungen, Rentenberatung und Bewerbungstraining, aber mit geringer Aussicht auf Erfolg.

Die Jobbörse im Flur der Futura in Hann. Münden wird derweil auch von noch im Mündener Klinikum Beschäftigten genutzt. Dort scheint der personelle Aderlass weiterzugehen, wie eine ehemalige Mitarbeiterin aus dem Kollegenkreis berichtet. „Ich weiß von mindestens zehn Mitarbeitern aus dem Bereich der Pflege, die in den letzten Wochen gekündigt haben.“ Mehreren anderen wurde ein Auflösungsvertrag verweigert. Grund für den Kündigungswillen seien „improvisierte Zustände“ etwa im OP – die unter anderem dem Ärztemangel sowie der Zusammenführung zweier Betriebskulturen geschuldet seien: Im Dezember 2015 zog das alte Krankenhaus Hann. Münden (KHM) in den Standort des Nephrologischen Zentrums Niedersachen (NZN) ein.

Im Zuge der Klinikums-Übernahme wurden etwa 100 Mitarbeiter aufgefordert, in die Futura zu wechseln. Nicht alle nahmen das Angebot an. Diese erhielten die Kündigung, einige von ihnen werden dagegen klagen: Mitte April beginnen die ersten Verhandlungen vor dem Arbeitsgericht Göttingen.

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