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Niemetal schließt letzten Friseursalon

Löwenhagen Niemetal schließt letzten Friseursalon

Der letzte Friseursalon der Gemeinde Niemetal, Sabine Mantheys Well-Kamm-Studio in Löwenhagen, schließt am Sonnabend, 23. Januar. Seit sieben Jahren betreibt die 49-jährige Friseurmeisterin den Salon Vor dem Dorfe 17. Nun hat ihr die Vermieterin gekündigt, weil sie das Haus verkaufen will.

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Löwenhagen. Woanders neu beginnen möchte Manthey nicht. Sie hat bereits schon einmal einen Salon verloren. 2008 brannte ihr Geschäft in Imbsen ab, das sie 2002 eröffnet hatte. Das Feuer war in einer benachbarten Werkstatt ausgebrochen. Ein Dreiviertel Jahr später startete sie in Löwenhagen neu. „Es hat ein Jahr gedauert, bis ich meine alten Kunden zurückgewonnen hatte“, erzählt sie.

Der neue Friseur- und Wellness-Salon liegt zudem nicht mehr an einer Durchgangsstraße, so dass Manthey seither auch keine Laufkundschaft mehr hat. In Imbsen konnte die Friseurin, die seit 30 Jahren in ihrem Beruf arbeitet, eine Mitarbeiterin beschäftigen. Einen Teil des Ladens vermietete sie zudem an eine Kosmetikerin. „Wir haben uns toll ergänzt“, erinnert sie sich. Heute ist sie Einzelkämpferin.

Aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen kann sie seit anderthalb Jahren nur noch halbtags arbeiten. Auch deshalb will Manthey nicht neu starten. Ihre Salon-Einrichtung hat sie zwischenzeitlich weitgehend verkauft. „Die Umbaukosten von 2009 habe ich allerdings noch nicht wieder voll hereinbekommen“, zieht sie Bilanz.

Und wie sieht es in den anderen Dörfern des Landkreises mit Salons aus? „Die Orte rund um Göttingen sind eigentlich ganz gut mit Friseuren bestückt“, sagt Obermeisterin Manuela Härtelt-Dören. Auch dort lasse sich Geld verdienen. Der Reiz: Man kenne seine Kunden im Gegensatz zu Betrieben in der Stadt meist alle auch persönlich. Das kann Manthey, die aus Löwenhagen stammt, bestätigen: Mit 95 Prozent der Kunden duze sie sich.

„Ich muss mir jetzt eine neue Friseurin suchen“, bedauert Klaus Heinemann, der parteilose Bürgermeister der 1600-Einwohner-Gemeinde Niemetal, zu der Löwenhagen gehört. Er müsse künftig nach Dransfeld, Güntersen oder Adelebsen fahren, sagt Heinemann. Wieder breche ein Stück dörflicher Infrastruktur weg.

Für ältere Menschen sei das nicht schön. Viele würden jedoch noch mit 80 Jahren Auto fahren. Zudem lebten in der Regel auch die erwachsenen Kinder im Ort. Außerdem gebe es rollende Supermärkte, Bäcker und Metzger, die die vier Ortschaften im Niemetal anfahren dürfen.

Auch Manthey hat eine Zeit lang mobil gearbeitet. „Nach dem Brand 2008 habe ich einigen Kunden die Haare zuhause geschnitten“, erzählt sie. Nicht alle wollten das aber.

Von Michael Caspar

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