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Konfliktlösung in der Behindertenarbeit

Innovationspreis: „Querschnitt Consulting“ Konfliktlösung in der Behindertenarbeit

Zwei unterschiedliche Tätigkeitsfelder hat Lukas Seidel: Wenn in Arbeitsgruppen, Abteilungen oder sogar ganzen Firmen Konflikte auftreten, agiert der 26-Jährige als Supervisor. Und wenn Einzelpersonen, häufig Führungskräfte, in ihrem Arbeitsleben Unterstützung brauchen, fungiert er als Coach.

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Lukas Seidel bietet Coaching für Behinderte und Menschen, die mit ihnen zu tun haben.

Quelle: Hinzmann

Northeim. Das Besondere: Seidel hat sich in seiner Beratungstätigkeit auf Körperbehinderte beziehungsweise auf Menschen, die mit Körperbehinderten zusammenarbeiten, spezialisiert – wie deren Angehörige oder Politiker, KiTas, Schulen und Arbeitgeber, die mit dem Thema Inklusion zu tun haben.

Probleme besser nachvollziehen

Seidel leidet seit seiner Geburt an der Stoffwechselerkrankung Mukopolysaccharidose (MPS) und sitzt deshalb im Rollstuhl. Als Behinderter könne er daher viele Probleme besser nachvollziehen, weil er schon selbst mit ihnen konfrontiert wurde.

So hätten nicht behinderte Menschen oft eine Hemmschwelle, bei Problemen Kritik an einem behinderten Mitarbeiter zu äußern – etwa an seiner Arbeitsleistung. Aber Seidel erlebe es auch, dass Unternehmer proaktiv auf ihn zukommen, weil sie einen behinderten Menschen einstellen wollen und sich coachen lassen möchten, da sie sich ihm gegenüber unsicher fühlen.

Konfliktursachen und Lösungen finden

Bei der Supervision arbeitet eine Gruppe mit dem Supervisor daran, Konfliktursachen und Lösungen zu finden. Wichtig dabei ist, dass es keine Sieger und Verlierer gibt,  sondern ein Verständigungsprozess in die Wege geleitet werden soll, mit dem alle leben können. Coaching dagegen ist nicht auf Gruppen, sondern auf Einzelpersonen zugeschnitten. „Es geht darum, ein bestimmtes Ziel zu erreichen“, so Seidel. 

Seidel, ursprünglich Fachangestellter für Arbeitsförderung, hat eine intensive eineinhalbjährige Ausbildung absolviert, eine zweite macht er derzeit berufsbegleitend. Die Ausbildung sei theoretisch anspruchsvoll und in gewisser Weise auch psychisch belastend: „Um andere coachen zu können, muss man sich selber intensiv coachen lassen. Dabei erfährt man manchmal Dinge über sich, die man gar nicht wissen wollte.“ Seidel betont jedoch, dass er kein Therapeut sei: „Wenn ich den Eindruck gewinne, dass jemand psychische Probleme hat, versuche ich sanft darauf hinzuarbeiten, dass er sich an einen Fachberater wendet.“    
     

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