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Northeimer Contitech will Solarzellen drucken

Gemeinsames Forschungsprojekt mit dem Freiburger Fraunhofer-Institut Northeimer Contitech will Solarzellen drucken

Gedruckte Elektronik – mit diesem Zukunftsmarkt befasst sich der Contitech-Geschäftsbereich Elastomer-Beschichtungen mit Sitz in Northeim. „Bei diesem noch in der Entwicklung befindlichen Verfahren werden leitfähige Substanzen wie etwa metallische Fluide mit dem sogenannten Flexodruckverfahren auf unterschiedliche Materialien aufgebracht“, erläutert der zuständige Contitech-Manager Thomas Perkovic. Nach dem Trocknen funktioniert das Druckbild als Baugruppe, durch die Strom fließen kann.

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Gedruckte Elektronik: Contitech in Northeim befasst sich mit der sogenannten Elastometer-Beschichtung.

Quelle: Heller

Northeim..  Möglich machen das Contitech-Druckformen aus Gummi, die der Geschäftsbereich seit 2012 entwickelt. Sie werden anders als herkömmliche Fotopolymerplatten nicht von den aggressiven Lösemitteln angegriffen. Zudem ermöglichen sie Strichstärken von nur 10 Mikrometer. „Drei Forschungs- und Entwicklungsprojekte laufen bei uns derzeit in diesem Bereich“, berichtet Perkovic.

Seit 2014 entwickeln die Northeimer gemeinsam mit den Freiburger Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme und anderen Partnern ein Verfahren um Fotovoltaikzellen zu drucken. Fest steht bereits, dass sich die Leiterbahnen mit den Contitech-Druckformen erstellen lassen. Die Bahnen würden die Spannung, die bei Lichteinfall auf Siliziumfeldern entsteht, weiterleiten.

Nun müssen unter anderem noch die Druckmaschinen optimiert werden. 2017 soll das Verfahren Industriereife erlangen. Mit ihm ließen sich die Kosten soweit senken, das die Produktion von Fotovoltaikzellen auch in Deutschland wieder rentabel würde. Die Bundesrepublik hat die Fertigung in den vergangenen Jahren an Mitbewerber in Asien verloren.

Gedruckte Elektronik auf Verpackungen will das zweite Contitech-Projekt erschließen, das sie mit dem Vredener Reprohaus Saueressig Flexo verfolgen. „Die Elektronik lässt zum Beispiel die Verpackung zum Leuchten bringen, wenn der Kunde das Produkt hochhebt“, nennt Perkovic ein Anwendungsbeispiel. Auch Funketiketten auf der Basis der sogenannten RFID-Technik können gedruckt werden.

Die Etiketten warnen dann Kunden vor dem nahenden Ablaufdatum des Produkts. Im Supermarkt können die Etiketten den Preis der Kasse melden, was Wartezeiten verkürzt. Um das Drucken von Lichtleiterbahnen zur Informationsübermittlung geht es im dritten Projekt, das Contitech mit dem hannoverschen Institut für Transport und Automatisierungstechnik (ITA) umsetzt.

Der Contitech-Bereich Elastomer-Beschichtungen beschäftigt weltweit 625 Mitarbeiter, davon 474 Personen in Northeim. Er machte 2014 einen Umsatz von 108 Mio. Euro.

Von Michael Caspar

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