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Open Innovation Space von Ottobock entwickelt Prototypen mit 3D-Druck

Raus auf die Überholspur Open Innovation Space von Ottobock entwickelt Prototypen mit 3D-Druck

Auf dem Bötzow Brauerei Gelände in Berlin hat Ottobock zuletzt seinen Open Innovation Space (OIS) eröffnet. Hier sollen neue Produkte und Lösungen generiert werden. Die Schlüsseltechnologie dafür hieß früher Rapid Prototyping, inzwischen eher unter Industrial Digital Fabrication bekannt – die Herstellung von Objekten im 3D-Druck.

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3D-Druck eröffnet ganz neue Gestaltungsmöglichkeiten, insbesondere in der Prototypenentwicklung.

Quelle: SG

Berlin. Praktisch alles lässt sich damit herstellen – von der individuell gestalteten Büste von Oma Erna bis hin zu Feuerwaffen. Der Haken bislang: Die Technik ist teuer und noch nicht für den Massenmarkt geeignet. Dennoch bietet sie eine Fülle an Möglichkeiten, die sich sehr wohl im industriellen Maßstab verwenden lassen. „Über den 3D-Druck können wir sehr schnell einen Prototypen herstellen und ihn auf eine Serienfertigungseignung testen“, beschreibt Michael Meyer, der Leiter des OIS von Ottobock. Von nur noch etwa sechs Monaten geht er bei der Entwicklung neuer Prototypen aus. „Dann können wir davon eine Abgussform herstellen und mit dieser Spritzgussteile im normalen industriellen Produktionsprozess fertigen.“

 
„Wir wollen schneller Prototypen entwickeln, wir wollen schneller zum Produkt und wir wollen die Führung in digitaler Produktion haben“, formuliert Hans Georg Näder das Ziel. „Und wenn wir das hier im OIS schaffen, dann sind wir vorne. Im Bereich Digital Fabrication gibt es in der ganzen Branche nicht einen, der das so macht, wie wir.“ Zur Beschleunigung der Innovationszyklen wird Ottobock, wenn die Prozesse im OIS reibungslos funktionieren, dann selbst beitragen.
Aber 3D ermöglicht nicht nur ein beschleunigtes Entwicklungsverfahren. „Wir können im 3D-Druck Formen herstellen, die mit einer maschinellen Bearbeitung kaum oder gar nicht möglich sind“, erklärt Michael Meyer. „Eine Fräse muss in jede Ecke reinkommen können – beim 3D-Druck kann ich Schicht für Schicht etwas aufbauen. Damit werden ganz andere und neue Bauteile möglich.“ In einem Motorblock ließen sich dann etwa die beim Fräsen entstehenden Ecken vermeiden, stattdessen könnte mit Rundungen gearbeitet werden. „Dadurch läuft das ganze System stabiler.“ Für die Ingenieure aber auch eine Herausforderung. „Man muss anders denken.“

 
Bis zur Reife der 3D-Technologie für den Massenmarkt ist es aber noch ein Stück hin. Die Materialfestigkeiten entsprechen noch nicht den Anforderungen und die Herstellungskosten liegen etwa zehn- bis zwanzigmal so hoch wie mit der klassischen Frästechnik.

 
Fablab Berlin ist der erste Mieter im OIS und auf digitale Produktion spezialisiert – in vielen Bereichen, der 3D-Druck ist nur der anschaulichste. Auch Lasercutter oder Folienplotter finden sich in der Werkstatt, mit denen man fast alles aus fast allen Materialien bauen kann. „Aber immer ausgehend von der digitalen Datei“, sagt Wolf Jeschonnek, Geschäftsführer des Fablab. In der Digitalisierung der Produktion sieht er weitreichende Auswirkungen auf Wertschöpfung, Lieferketten und Individualisierung. Der Designer braucht dann keine Produktionsinfrastruktur mehr, sondern schickt seine digitalen Dateien an den Kunden oder einen Hersteller, der aus jedwedem Material das Produkt printet. „Das wird die Art und Weise, wie wir in Zukunft Produkte entwerfen, herstellen und konsumieren, verändern.“

 

Von Sven Grünewald

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