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Ottobock Healthcare bereitet Börsengang vor

Langer Countdown für den Börsengang Ottobock Healthcare bereitet Börsengang vor

Die Vorbereitungen für den Börsengang der Ottobock Healthcare GmbH nehmen an Fahrt auf, wenn auch ohne Zeitdruck. Ende 2018 oder 2019 könnte es nach derzeitigem Planungsstand so weit sein. Bis dahin ist noch einiges zu tun.

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Otto Bock in Dudestadt.

Quelle: Hinzmann

Duderstadt. Wichtig ist Harry Wertz, Geschäftsführer der Otto Bock Holding, genau zu sein: Nicht die Ottobock-Gruppe plant den Börsengang, sondern lediglich die Ottobock Healthcare GmbH. Das Flaggschiff der Gruppe zeichnete im Geschäftsjahr 2015 mit 847,7 Mio. Euro für 82 Prozent des Gesamtumsatzes verantwortlich, für sie arbeiten mehr als 6300 Mitarbeiter weltweit.

Noch nicht bereit

Das Thema Börsengang des Familienunternehmens ist dabei kein ganz neues. Im Jahr 2000 gab es erste Überlegungen und viele Diskussionen mit der Finanzwirtschaft. Letztlich habe sich Max Näder, der Vater des jetzigen Unternehmenschefs Hans Georg Näder, gegen einen Börsengang ausgesprochen, weil man noch nicht bereit dafür sei, so Wertz.

2014, als das Thema Börsengang wieder aufkam, hatte sich der Markt jedoch verändert. Der größte direkte Konkurrent der Ottobock Healthcare, das isländische Prothetik-Unternehmen Össur, ist börsennotiert. Ebenso gebe es in den USA viele Unternehmen in der Branche, die sich über die Börse Geld für Investitionen organisieren. „Wir können nur investieren, was wir verdienen“, sagt Harry Wertz. Um das Unternehmenswachstum zukunftssicher aufzustellen, hätten die Familie Näder und die Geschäftsführung sich daher für den Börsengang entschieden.

Wahrscheinlich in zwei oder drei Jahren

Ein wichtiger Schritt, der mit Blick auf den Börsengang erfolgte, war die Rekrutierung von Stefan Ingildsen als neuer Finanz-Geschäftsführer der Ottobock Healthcare. „Es ist wahrscheinlich, dass wir den Börsengang in zwei oder drei Jahren machen werden, also Ende 2018 oder 2019“, so Ingildsen. Doch gebe es keinen Zeitdruck, vielmehr sei entscheidend, es richtig zu machen. „Einen Börsengang macht man nur einmal im Leben“, ergänzt Wertz. „Und das muss sitzen.“

Bis es so weit ist, wird es eine Zeit intensiver Vorbereitungen. Die Healthcare müsse quasi aus der Ottobock-Gruppe herausgeschnitten und die enge Verflechtung mit den Schwestergesellschaften aufgelöst werden, so Wertz. Es müsse klar sein, wer für wen arbeitet und es müssten Marktpreise bezahlt werden. Beispiel Facility Management: Da sich auf dem Betriebsgrundstück verschiedene Ottobock-Firmen befinden, muss später klar geregelt sein, welche Person für welches Gebäude zuständig ist.

Keine Kontrolle abgeben

Auch im IT-Bereich müsse die AG eigenständig sein und könne sich nicht mehr Server und Software mit den Schwestergesellschaften teilen. Aber auch die Buchhaltung muss an internationale Standards angepasst werden. Zu welchem Preis schließlich die Aktien ausgegeben werden und ob es Mitarbeiterbeteiligungsprogramme geben wird, ist derzeit noch offen. Die Kontrolle über das Unternehmen soll allerdings nicht abgegeben werden. Die Familie Näder will die Aktienmehrheit behalten.

Die größte Schwierigkeit für den Börsengang stellt für Stefan Ingildsen hingegen die zukünftige Unternehmensstrategie dar. „Wenn wir als Unternehmen deutlich machen, wie unsere Strategie in den nächsten fünf bis zehn Jahren aussieht, dann müssen wir ganz sicher sein, dass die Ziele auch nach drei Jahren noch gelten.“ Eine inkonsistente Strategie komme bei den Aktionären nicht gut an.

Interview mit Stefan Ingildsen

Abgeworben für den Börsengang

Stefan Ingildsen

Quelle: r

Interview mit Stefan Ingildsen, seit Februar 2016 neuer Finanzvorstand (CFO) der Ottobock Healthcare

Interview: Sven Grünewald

Wie sind Sie zu Ottobock gekommen?

Ich habe viele Jahre mit dem und im Medizintechnikbereich gearbeitet, zuletzt für den Hörgerätehersteller William Demant Holding aus Dänemark. Dieser hat denselben Mehrheitseigentürmer (eine Familienstiftung) wie Össur. Die isländische Firma Össur ist der größte Konkurrent von Ottobock, daher kannte ich Ottobock schon aus der Distanz.

Als ich das erste Mal von Ottobock kontaktiert wurde, war ich begeistert, aber ich hatte ursprünglich nicht die Absicht nach Deutschland zu gehen. Wir haben das in der Familie diskutiert und meine Frau und Kinder bleiben erst einmal in Kopenhagen wohnen. Ich habe in Duderstadt eine Wohnung und pendele an den Wochenenden.

Was ist für Sie die größte Umstellung?

Von der Familie getrennt zu sein und von einer Metropole wie Kopenhagen in eine Kleinstadt zu ziehen. Aber ich war ehrlich gesagt sehr überrascht davon, wie schön Duderstadt ist. Alles ist gut erhalten – es ist eine der schönsten Kleinstädte, die ich kenne. Das bedeutet mir sehr viel, weil ich diese alten Städte mag.

Was bringen Sie für den Börsengang mit?

Ich denke, ich kann sehr gut Beziehungen zum Finanzmarkt und Analysten knüpfen und gleichzeitig für ein Familienunternehmen arbeiten. Bei einem Börsengang müssen viele unterschiedliche Anteilseigner gleichzeitig befriedigt werden. Das ist herausfordernd, aber ich mag das. Außerdem  habe ich über die Jahre einige Auszeichnungen erhalten, zuletzt 2015 den „Best Danish CFO of all Listed Companies“, aber zuvor auch für den Bereich der Finanzkommunikation.

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