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PFH Göttingen sieht Defizite bei Unternehmenssteuerung

Mittelstandsstudie PFH Göttingen sieht Defizite bei Unternehmenssteuerung

Die Private Hochschule Göttingen (PFH) hat eine der umfangreichsten deutschen Studien zum Thema Unternehmenssteuerung und Outsourcing im Mittelstand abgeschlossen. Demnach haben 59 Prozent der Unternehmen keine Unternehmensprozesse ausgelagert, fast jedes fünfte nimmt keine Liquiditätsplanung vor.

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Quelle: Peshkova/Fotolia

Göttingen. Für Prof. Bernt Sierke, Geschäftsführer der PFH und einer der Studienautoren, ist das eines der überraschenden Ergebnisse. „Alle strategischen Controlling-Instrumente, die seit den 80er Jahren in der Wissenschaft eine hohe Bedeutung haben, spielen in der Praxis eine relativ kleine Rolle.“ Beispiel Portfolio-Planung, mit der vielversprechende Geschäftsfelder identifiziert werden sollen: „Dass diese Planung nur von 19 Prozent der Unternehmen gemacht wird, hat mich sehr verblüfft.“

 
Während die Prozesse des operativen Tagesgeschäfts, wie etwa Bilanz- und Kostenrechnungen, Standard sind, werden die strategischen Steuerungsmöglichkeiten häufig ignoriert. Entscheidungen basierten entsprechend auf Daten der Vergangenhet. Insbesondere bei Start-ups nimmt Sierke „eine nur geringe Affinität zu Controlling-Instrumenten“ wahr, egal ob unternehmensintern oder outgesourct. Und: „Offensichtlich sind viele Unternehmen nicht in der Lage, effiziente Controlling-Systeme zu schaffen, die eine ökonomische Wirkung entfalten.“ Das betrifft große wie kleine Mittelständler, auch wenn in der Tendenz die größeren ein professionelleres Controlling betreiben.

 
Damit sind nicht nur ungenutzte Marktchancen verbunden, sondern vor allem auch Risiken. „Das ist so, als würde man bei seinem Auto nie eine Inspektion durchlaufen und immer nur dann die Werkstatt aufsuchen, wenn etwas kaputtgeht“, so Sierke. Durch ein ausgefeiltes Controlling-Instrumentarium können Unternehmen hingegen frühzeitig erkennen, ob sie in Schwierigkeiten geraten.

 
„Aktuell werden in Deutschland jedes Jahr etwa 310 000 Unternehmen gegründet, aber 350 000 verschwinden. Ein Mitgrund dafür ist immer auch betriebswirtschaftliche Inkompetenz“, so Sierke. Das Know-how existiert durchaus und sei es extern, doch sehen die Studienautoren bislang noch keine Outsourcing-Mentalität im Mittelstand.

 
Die vollständige Studie soll Ende 2015 als Buch erscheinen. Es wurden 5608 Geschäftsführer und CEOs deutscher mittelständischer Unternehmen befragt, 409 Unternehmen beantworteten die rund 160 Fragen.

Von Sven Grünewald

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