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Patrick Schreiner über Neoliberalismus und seine Durchdringung der Gesellschaft

Von der Wirtschaftstheorie zum Lebensstil Patrick Schreiner über Neoliberalismus und seine Durchdringung der Gesellschaft

„Unterwerfung als Freiheit: Leben im Neoliberalismus“ lautete der Titel eines Vortrags-Abends beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), Ortsverband Northeim. „Neoliberalismus ist sehr viel mehr als eine rationale politische Überzeugung“, sagte der Referent Patrick Schreiner.

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Patrick Schreiner über Neoliberalismus und seine Durchdringung der Gesellschaft

Quelle: Lawrenz

Northeim. Der Autor des gleichnamigen Buches und Leiter der Abteilung für Wirtschafts-, Umwelt- und Europapolitik beim DGB-Bezirk Niedersachsen ist der Meinung, dass die Ideologie inzwischen sehr stark zum Lebensstil geworden ist.

Als die Abwesenheit von Markteingriffen beschrieb Schreiner Neoliberalismus. Die politische Bewegung sei in den 1970er und 1980er Jahren groß geworden und in den 1980er Jahren dann in der Thatcher-Regierung von der Konservativen aufgegriffen worden.

Die Sozialdemokraten um Clinton, Blair und Schröder hätten sich dieser politischen Haltung in den 1990er Jahren zugewandt. Seit 2009 beherrsche der Neoliberalismus die europäische Krisenpolitik und bringe Abbau von sozialer Sicherheit und die Schwächung von Gewerkschaften mit sich, wandte sich der Gewerkschaftsmann dagegen.

Unentwegt befinde sich der Mensch im Neoliberalismus in dem Dreischritt, sich selbst zu thematisieren, zu optimieren und darzustellen. Nicht der Aufwand, sondern der Ertrag gelte als Maßstab für eine Leistung. Leistung vollbringe also auch der, der eine Million Euro im Lotto gewinne.

Aus Ratgebern wie „Sorge dich nicht, lebe!“ von Dale Carnegie und „Die Kraft des positiven Denkens“ von Norman Vincent Peale nähmen die Menschen die Botschaft mit, dass sie selbst für ihr Fortkommen verantwortlich seien: „Alle können alles erreichen, wenn sie nur wollen“, fasste Schreiner ihre Botschaft zusammen. „Ihr Leben ist ein Drehbuch mit offenem Ende. Sie entscheiden, ob sie arm oder reich, gesund oder krank sein werden“, zitierte er den Autor Erhard F. Freitag.

Auch die boomenden Castingshows sind für Schreiner ein Beweis, dass Neoliberalismus mehr ist als eine Wirtschaftstheorie. „Vieles, was neoliberalistisch ist, kommt uns gar nicht mehr so vor“, stellte er heraus. Die Kandidaten in den Shows setzten sich der Konkurrenz aus und müssten sich ständig neu bewähren.

Freiwillig würden sie sich dem Urteil einer Jury unterwerfen. Schreiner verwies auf die Doppeldeutigkeit in dem Begriff der Unterwerfung. Ein Mensch könne unterworfen werden oder sich selbst aus freien Stücken unterwerfen. Letzteres beschreibe das Leben im Neoliberalismus.

Von Ute Lawrenz

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