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Polyroof nutzt die Krise für Neuentwicklungen

Dransfelder Spezialbetrieb Polyroof nutzt die Krise für Neuentwicklungen

Es ist schwer, in Krisenzeiten zu kalkulieren. Das hat die Firma Polyroof zu spüren bekommen. Das Jahr 2009 wollen die Dransfelder Spezialisten für Wagenaufbauten gern vergessen.

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Oppermann bei Polyroof: Die Brüder Jürgen (l.) und Lothar Günther stellen den Betrieb vor.

Quelle: Heller

„Wer einmal einen VW-Bus hat, gibt ihn nicht mehr her.“ Lothar Günther kann das gut verstehen, beschreibt aber zugleich das Dilemma seines Geschäftes. Er und sein Bruder Jürgen sind Spezialisten für Dachaufbauten. Die VW-Busse erhalten in Dransfeld ihren Aufbau in Maßarbeit. Die Wirtschaftskrise hat das zuvor boomende Geschäft gebremst, von der Abwrackprämie habe man nicht profitieren können, erfuhr der SPD-Bundestagsabgeordnete Thomas Oppermann, der das Werk zum wiederholten Male besuchte.

Automobile ab 50 000 aufwärts seien dabei außen vor geblieben. Sogenannte Managerwagen hätten den Markt zudem gesättigt, Bullis, die VW-Manager nach vier Monaten fast neu wieder in den Markt bringen. Der Umsatzeinbruch der Dransfelder hatte zur Folge, dass Polyroof 15 seiner circa 30 Mitarbeiter entlassen musste.
Seit Beginn des Jahres hat sich das Problem der Brüder Günther verlagert. Seit 1. Januar arbeiten sie die Bullis nicht mehr im Auftrag von Volkswagen auf.

Jetzt kaufen sie die „Rohlinge“ vom Konzern, veredeln sie und übernehmen die Vermarktung in eigener Regie. Bei Oppermanns Besuch im Juni 2007 hatten die Karosseriebauer noch ein Platzproblem, das inzwischen gelöst ist. Ein Grundstück in Nachbarschaft wurde 2008 zugekauft. Jetzt haben sie Platz, seit Jahresbeginn wieder reichlich Aufträge in den Büchern, aber zu wenig Leute. Außerdem müssten sie, so berichtet Lothar Günther weiter, bis zu vier Monate auf neue VW-Busse warten. Das Lieferproblem den Kunden zu vermitteln, sei nicht leicht. Sein Spezialbetrieb brauche lediglich eine Woche für den Dachaufbau.

„Wir haben alle Schubladen wieder auf“, sagt Günther hinsichtlich anderer Marken. Der Vito von Mercedes? Auch der bekommt einen Aufbau in Dransfeld. Oppermann ist optimistisch. In den kommenden Jahren werden viele Lehrer pensioniert, weiß er und prophezeit Reisefreudigkeit der Jungsenioren. „Die haben Geld und Zeit“, ist der Politiker sicher.

Die Flaute haben die kreativen Brüder genutzt für eine Neuentwicklung, den „Transjet“. Ein Auto für jeden Tag und dennoch rasch umgebaut zum Campingbus: 2,60 Meter hoch, 5,29 Meter lang, 180 Stundenkilometer schnell. In der Szene sei das neue Modell (40 Zentimeter länger als der VW-California) schon rund, verrät Günther mit Blick auf den Prototypen in seiner Werkstatt mit Platz für vier Leute und einer Markise.

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