Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Regenschauer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Navigation:
Porträt: Göttinger Microliquids GmbH

Winzigstrahlen im Vakuum Porträt: Göttinger Microliquids GmbH

Feiner als ein Menschenhaar ist der Wasserstrahl, den die Göttinger Microliquids GmbH in ihren Vakuumsystemen erzeugen kann. „Mit einem Durchmesser von fünf bis 500 Mikrometern sind solche sogenannten Freistrahlen mit dem bloßen Auge kaum noch zu erkennen“, berichtet Geschäftsführer Prof. Gerd Marowsky (75). Zum Vergleich: Ein Haar hat einen Durchmesser von etwa 50 Mikrometern.

Voriger Artikel
Unternehmertag des Netzwerks Mekom in Osterode
Nächster Artikel
Massenkündigungen bei Richter in Hessisch-Lichtenau

Jedes Gerät ein Unikat: Vakuumsysteme werden bei Microliquids in zwei bis drei Monaten gebaut.

Quelle: Heller

Göttingen. „Grundlagenforscher untersuchen die dynamischen Prozesse, die in einem solchen Strahl herrschen“, berichtet der Produktentwickler und promovierte Chemiker Alexander Beinsen (34). Sie richten einen Röntgenstrahl auf den Freistrahl. Der Freistrahl strahlt dadurch selbst Licht aus, das im Vakuum nicht durch die Luft abgelenkt wird. Aus diesem Licht lassen sich dann Rückschlüsse auf die physio-chemikalischen Vorgänge in der Flüssigkeit ziehen. Im Freistrahl lassen sich zudem Stoffe analysieren, die im Medium gelöst sind.

„Das können zum Beispiel Proteine sein“, sagt Beinsen. Weniger als ein Mikrogramm der Substanz reicht aus. Die Lösung wird jeweils aufgefangen und wieder mit einer Geschwindigkeit von 10 bis 100 Metern pro Sekunde durch die Düse gespritzt. Eine weitere Anwendung: „Mit einem Xenon-Feinstrahl lässt sich Licht mit einer Wellenlänge von 13 Nanometern erzeugen“, sagt der Wissenschaftler. Mit einer solchen Strahlung will die Industrie Mikrostrukturen erzeugen. Der Freistrahl kann auch zur Benetzung von Gläsern dienen, auf die mit einem Plasma gezielt feinste Strukturen gefräst werden.

Die Kunden der durchschnittlich 150 000 Euro teuren Systeme sind überwiegend Forschungseinrichtungen. „Die Kontakte kommen meistens über wissenschaftliche Konferenzen zustande, bei denen wir präsent sind“, berichtet Beinsen. Microliquids verkauft bis zu fünf Systeme im Jahr. Jedes hat eine Bauzeit von zwei bis drei Monaten, die Bauteile sind maßgeschneidert auf die jeweiligen Bedürfnisse der Abnehmer. Zwei Drittel des Umsatzes entfällt auf den Export.

Gegründet worden ist das Unternehmen 2003 als Spin-off der Universität Göttingen und der Patentverwertung der Max-Planck-Gesellschaft, der heutigen Max-Planck-Innovation mit Sitz in München. Mit dabei war von Anfang an Prof. Bernd Abel, der heute in Leipzig lehrt. Die Firma gehörte zu den ersten Mietern im Anbau des Laser-Laboratoriums Göttingen (LLG) im Hans-Adolf-Krebs-Weg 1, der 2002 entstanden ist. 2006 übernahm der damalige Institutsleiter des LLG, Marowsky, die Geschäftsführung. Die Zahl der Mitarbeiter ist seither von vier auf sieben Personen gestiegen. Zwei Gesellschafter beteiligen sich an der Abwicklung von Großaufträgen.

Von Michael Caspar

Voriger Artikel
Nächster Artikel
DAX
Chart
DAX 11.963,50 -0,29%
TecDAX 1.914,25 -0,30%
EUR/USD 1,0573 +0,17%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

RWE ST 13,39 +1,06%
INFINEON 17,44 +0,96%
DT. POST 32,46 +0,48%
HEID. CEMENT 86,24 -2,49%
BAYER 105,76 -1,71%
BMW ST 85,70 -1,16%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Structured Solutio AF 178,34%
Crocodile Capital MF 129,72%
BlackRock Global F AF 118,61%
Morgan Stanley Inv AF 118,40%
First State Invest AF 110,79%

mehr

Wirtschaft Rubriken
Rubriken Wirtschaft Göttingen und die Welt