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Nitratgehalt im Grundwasser soll sinken

Präsentation neuer Techniken Nitratgehalt im Grundwasser soll sinken

Für neue Techniken zur Senkung des Nitratgehalts im Grundwasser wirbt die Kooperation Trinkwasserschutz Obere Leine. Zwei Verfahren präsentierten das Reinhäuser Büro Geries Ingenieure und die Firma Agricon vor Landwirten: Ein Sensor erfasst die Biomasse, ein Gerät die Bodenbeschaffenheit.

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Quelle: Christoph Mischke

Groß Ellershausen. „In Südniedersachsen unterscheiden sich die Bodenverhältnisse in den verschiedenen Bereichen eines Ackers oft deutlich voneinander“, berichtet Agraringenieur Detlef Seitz vom Ingenieurbüro. Es gebe tonige, lehmige und sandige Areale, auf denen die Pflanzen unterschiedlich gut wüchsen. Das Wachstum lasse sich mit einem Gerät erfassen, das vom Dach des Traktors aus Licht aussendet und die reflektierten Strahlen auswertet.

„Der Dünger wird dann gezielt in den Bereichen ausgebracht, wo er benötigt wird“, führt Seitz aus. So lasse sich die benötigte Menge an Dünger verringern, was Kosten spare. Zumindestens aber werde der Dünger effizienter genutzt. Die Pflanzen wüchsen durch dieses Vorgehen einheitlicher, würden gleichzeitig reif, was die Ernte erleichterte. Das verbessere den Ertrag.

„Beim zweiten Verfahren erfassen wir mit einer Technik, die wir von den Archäologen übernommen haben, die unterschiedlichen Bodenverhältnisse“, sagt Agricon-Fachberater Gerald Siemers. Proben in den einzelnen Arealen zeigten dann auf, wo es welchen Bedarf an einer Grunddüngung mit Kalium, Magnesium und Phosphor gebe. So dünge der Bauer gezielter und ernte mehr.

„Unsere seit mehr als 20 Jahren bestehende Kooperation Trinkwasserschutz bringt Wasserwerke und Landwirte an einen Tisch“, berichtet Geschäftsführer Sven Dörnte, der gleichzeitig Prokurist bei den Stadtwerken Göttingen ist. Gemeinsam bemühten sie sich um eine Verbesserung der Trinkwasser-Qualität. Südniedersachsen profitiere dabei davon, dass es wenig Viehwirtschaft und damit wenig nitratreiche Gülle gebe. Zudem hielten die zumeist schweren Böden die Stickstoffverbindung. So liege der Nitratgehalt des Trinkwassers mit 25 Milligramm pro Liter deutlich unter dem Grenzwert von 50 Milligramm, den die Europäische Union vorschreibe.

Europäische Union verklagt Deutschland

Die Europäische Union verklagt Deutschland wegen zu hoher Nitratwerte. „Diese Meldung erzeugt fälschlich den Eindruck, dass die Trinkwasserqualität in Deutschland besonders schlecht sei“, sagt Dirk Augustin, der Leiter der Versuchsgüter der Universität Göttingen. Tatsächlich habe Deutschland, im Gegensatz zu den anderen europäischen Staaten, vor allem die Werte von problematischen Standorten mit hohen Nitratwerten gemeldet. „In diesen Bereichen, die etwa ein Drittel der Flächen in Deutschland ausmachen, besteht tatsächlich Handlungsbedarf“, so der Agraringenieur. Es handele sich meist um Regionen mit minderwertigen sandigen Böden, in denen daher die Viehhaltung tragende Säule der Landwirtschaft sei. Dadurch fielen dort besonders große Mengen an Gülle an. Die sandigen Böden könnten das enthaltene Nitrat nicht halten. Es werde vom Regen ausgewaschen und gelange ins Trinkwasser. „Seit 1980 sind erhebliche Anstrengungen zur Senkung des Nitratgehalts im Grundwasser unternommen worden“, führt Augustin aus. Die Situation habe sich jedoch in den vergangenen acht Jahren in den Viehhaltungsregionen wieder verschlechtert. Das habe auch mit einer Gesetzeslücke zu tun. Bauern hätten sich den Stickstoff im Gärrest von Biogasanlagen beim Ausbringen auf die Felder nicht anrechnen lassen müssen. Dieser Missstand sei mit der Düngemittelanwendungsverordnung zu beseitigen.mic

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