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Privatkundengeschäft der Deutschen Bank soll ausgegliedert werden

Aufspaltung und Neuausrichtung Privatkundengeschäft der Deutschen Bank soll ausgegliedert werden

Das könnte der Anfang einer umfassenden Veränderung der deutschen Bankenlandschaft sein: Die Deutsche Bank plant eine erhebliche Veränderung ihres Privatkundengeschäfts.

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In der Göttinger Filiale in der Zindelstraße betreuen 43 Mitarbeiter derzeit rund 26 000 Kunden.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen/Frankfurt. Das wurde nach der Aufsichtsratssitzung am vergangenen Wochenende aus Mitarbeiterkreisen bekannt. Auch eine Abspaltung der Sparte ist nicht mehr ausgeschlossen. Allein in Göttingen wären davon 26 000 Kunden betroffen.
„Wir arbeiten mit Nachdruck an der nächsten Phase unserer Strategie und freuen uns, die Öffentlichkeit im zweiten Quartal umfassender über die nächsten Schritte zu informieren“, sagt Markus Weik, als Sprecher der Deutschen Bank für die Region verantwortlich, auf Tageblatt-Anfrage. Das Privatkundengeschäft in der Region bewertet Weik aber als positiv.

Dennoch: Vielen privaten Instituten ist das Privatkundengeschäft anscheinend nicht mehr rentabel genug, als Grund werden bei der Deutschen Bank hohe Regulierungskosten und die Ausgaben für das Filialgeschäft genannt. Die wahrscheinlichste Lösung sei derzeit, zusammen mit der Postbank-Tochter ein neues Privatkunden-Institut zu schaffen, das durch einen Börsengang von der Deutschen Bank abgespalten werden könnte. In jedem Fall gilt es als wahrscheinlich, dass der Trend zu weniger Filialen auch unter einem neuen Dach fortgesetzt wird. Im Marktgebiet Göttingen/Hildesheim arbeiten derzeit 126 Mitarbeiter in zwölf Filialen.

Anders sieht es die Commerzbank. „Das Privatkundengeschäft gehört zum Kerngeschäft unserer Bank“, so Dagmar Baier, Pressesprecherin der Commerzbank für Norddeutschland. Die Zahl der Commerzbank-Privatkunden in Göttingen beziffert sie mit 56 000.

Bei dieser Problematik außen vor sind Deutschlands Sparkassen, deren öffentlicher Kundenauftrag gesetzlich geregelt ist. Frank Sickora, Abteilungsleiter Kommunikation bei der Sparkasse Göttingen, beobachtet aber deutschlandweit eine Abkehr vom Privatkundengeschäft: „Der Privatkundenmarkt in Deutschland ist durch eine hohe Wettbewerbsintensität geprägt. Aus diesem Grund können die auf Gewinnmaximierung ausgerichteten Privat- und Großbanken nicht ihre teilweise zweistelligen Ertragsziele wie anderswo in Europa erreichen. Auch hier in Göttingen können wir diesen Eindruck bestätigen. So hat beispielsweise die HypoVereinsbank Ende letzten Jahres ihre Göttinger Filiale geschlossen und betreut ihre Kunden nun von Hannover aus.“

Diese Einschätzung teilt auch Peter Mühlhaus, Leiter Marketing bei der Göttinger Volksbank: „Niedrige Zinsen, hoher Wettbewerbsdruck, eine Vielzahl von Regulierungen im Bankensektor sowie Kosten durch die Unterhaltung eines dichten Filialnetzes drücken im Privatkundengeschäft seit Jahren auf Margen vieler Banken.“ Und Sickora ist überzeugt: „Die steigenden regulatorischen Anforderungen und die anhaltende Niedrigzinsphase werden den Privatkundenmarkt nicht einfacher machen.“

Von Jonas Rohde

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Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

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