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Publizist Elmar Wiegand referiert bei Verdi in Göttingen

Mit „Union Busting“ gegen Gewerkschafter Publizist Elmar Wiegand referiert bei Verdi in Göttingen

In den USA gebe es das „Union Busting“, das Bekämpfen und Zerschlagen von Gewerkschaften und Betriebsräten, bereits seit den 1870ern, in der Bundesrepublik in ähnlicher Form seit der Jahrtausendwende. So der Kölner Publizist Elmar Wiegand (45), Autor des Buches „Die Fertigmacher – Arbeitsunrecht und professionelle Gewerkschaftsbekämpfung“, in seinem Vortrag in der Verdi-Geschäftsstelle, zu dem rund 50 Zuhörer gekommen sind.

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Elmar Wiegand

Quelle: Pförtner

Göttingen. Gewerkschaften und Betriebsräte seien in Deutschland auch schon früher bekämpft worden, allerdings nicht auf die systematische Art und Weise, wie es heute geschehe. Angefangen habe es vor rund 15 Jahren mit der Einführung des Begriffs „Low Performer“ (Minderleister). Dabei gelten Betriebsräte und Beschäftigte, die häufiger krank seien, als Querulanten, und Beschäftigte, die dem Unternehmen schon lange angehören und entsprechend gute Arbeitsverträge hätten, würden von ihren Arbeitgebern als leistungsschwach gebrandmarkt und unter massiven Druck gesetzt, um sie schließlich entlassen zu können.

Im Laufe der Zeit habe sich dieses System der Unterdrückung immer mehr professionalisiert, so Wiegand. So gebe es eine steigende Zahl von Anwaltskanzleien, die sich auf das „Union Busting“ spezialisiert haben, und deren Mitarbeiter häufig eine juristische Ausbildung in den USA oder ein Studium an einer privaten Uni wie die Bucerius Law School in Hamburg absolviert hätten.

Weiterhin würden Konferenzen, Tagungen und Symposien zum Thema Gewerkschafts- und Betriebsratsbekämpfung angeboten, während wirtschaftsnahe Organisationen wie die Carl Friedrich von Weizsäcker-Stiftung Studien veröffentlichten, deren Ziel die Aushöhlung des Streikrechts sei. Dass das System erfolgreich arbeite, könne exemplarisch am Streik der GDL gezeigt werden. Da habe sich eine „mediale Front aus einem Guss“ gegen die Lokführer-Gewerkschaft gestellt, ihr Chef Claus Weselsky sei dämonisiert worden, und selbst andere Gewerkschaften hätten den Streik massiv kritisiert.

Wiegand berichtete, er habe in Fällen von Auseinandersetzungen zwischen Arbeitgebern und Beschäftigten recherchiert, die ihn emotional stark mitgenommen hätten. Er wünsche sich, dass „Union Busting“ gesellschaftlich stärker geächtet und auch von den zuständigen Staatsanwaltschaften mit mehr Nachdruck verfolgt werde: „so wie heute Steuerhinterziehung kein Kavaliersdelikt mehr ist, sollte es Union Busting auch nicht mehr sein.“

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