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Rolf-Georg Köhler verlässt die Städtische Wohnungsbau Göttingen

Faire Abgrenzung, faire Zusammenarbeit Rolf-Georg Köhler verlässt die Städtische Wohnungsbau Göttingen

16 Jahre hat er die Geschäfte der Städtischen Wohnungsbau GmbH (SWB) geführt, am 1. November tritt Rolf-Georg Köhler (SPD) sein Amt als Oberbürgermeister der Stadt Göttingen an. Wenige Tage bevor der Wechsel ins Rathaus erfolgt, zieht der 62-Jährige Bilanz.

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Übergibt den Chefsessel nach 16 Jahren an der Spitze der Städtischen Wohnungsbau GmbH in Göttingen: Rolf-Georg Köhler.

Quelle: Heller

Sind die Kisten schon gepackt?
Ich bin mittendrin. Nächste Woche geht es richtig los.

Was nehmen Sie mit ins Neue Rathaus?
16 Jahre Erfahrung in Sanierung, Wohnungsbau und Kontaktpflege. 16 Jahre Umgang mit Mietern, Handwerkern und tollen Planern. Und ein Bild der Künstlerin Brigitte Kallmann, das mir persönlich gehört.

Haben Sie alle Arbeiten als SWB-Chef erledigt?
Ja, aber ich nehme drei Aufträge mit. Da wäre die Entwicklung des Gebiets Lönsweg-Steinsgraben, eines der ersten Quartiere der SWB aus dem Jahr 1963/64. Ein spannendes Konzept liegt  auf dem Tisch, für dessen Verwirklichung das Planungsrecht zu ändern ist. Der zweite Auftrag betrifft die vier alten Gemeindehäuser in Weende, nach deren Abriss dreigeschossige Neubauten mit 55 Wohnungen entstehen werden. Auch hier ist Änderung des Bebauungsplans erforderlich. Und drittens nehme ich das Projekt Stockleffmühle mit ins Rathaus.

Sie haben die Geschäftsführung 1998 von Wolfgang Lühmann übernommen. Was fanden Sie vor?
Ich bin der zweite Geschäftsführer in der 54-jährigen Geschichte der SWB, und ich bin in ziemlich große Fußstapfen getreten.  Mein Vorgänger hat echte Aufbauarbeit geleistet, hat in 40 Jahren mit wenig Geld 3900 Wohnungen bauen lassen und darauf bestanden, dass jede Wohnung einen Balkon hat. Das ist nicht hoch genug zu bewerten.

Lühmann hat in erster Linie gebaut. Wo lagen in Ihrer Amtszeit die Schwerpunkte?
Wir haben den Bestand auf heute 4600 Wohnungen erhöht. Vor allem aber haben wir bereits 1500 Wohnungen instand gesetzt. Allein in die Komplettsanierung des Leinebergs sind von 2009 bis heute 40 Mio. Euro geflossen. 600 Wohnungen auf 36 000 Quadratmetern wurden  dort saniert, bei Vollvermietung. Nachbarschaftszentren und Stadtteilbüros sind entstanden. Das ganze Quartier hat ein neues Gesicht. Wir haben seit 1998 für 90 Mio. Euro in der Stadt renoviert und für 120 Mio. Euro neu gebaut und saniert.

Was sind die Highlights Ihrer Amtszeit?
Die Leinebergsanierung, aber auch die Roten Häuser im Alfred-Delp-Weg, die Architekt Sergio Pascolo entworfen hat. Sie haben internationale Beachtung gefunden und sind mit Architekturpreisen gewürdigt worden. Neue Ideen, neues Denken bedeutet aber nicht, dass alles Alte schlecht war.

Neue Ideen, neues Denken auch im Windausweg?
Die Zusammenarbeit mit den Kollegen von der Volksheimstätte und der Wohnungsgenossenschaft ist ganz sicher auch ein Highlight meiner Arbeit gewesen. Das hat richtig Spaß gemacht, war ein unendlich fairer Prozess und nicht unbedingt typisch für das deutsche Wohnungswesen. Jederzeit würde ich diese Zusammenarbeit wiederholen. Wir leben in fairer Abgrenzung und in fairer Zusammenarbeit.

Was hat die SWB für die Stadt und den sozialen Wohnungsbau getan?
Wir übernehmen soziale Verantwortung innerhalb des Konzerns Stadt, stellen Wohnraum  für breite Schichten der Bevölkerung bereit und entlasten die Kommune von Instandhaltungen. Wir haben seit 1998 mehr als 500 Wohnungen von der Stadt gekauft, etwa im Johannisviertel oder im Maschmühlenweg. So sind 20 Mio. Euro in die Stadtkasse geflossen und ganze Häuserzeilen instand gesetzt worden. Wir haben Spielplätze in der Elbinger Straße, der Europa Allee und auf dem Leineberg als Träger übernommen.

Wie haben sich die Finanzen entwickelt?
Das Bilanzvolumen betrug 1998  rund 98 Mio. Euro, heute sind wir bei 170 Mio. Euro. Die Mitarbeiterzahl stieg im gleichen Zeitraum von 18 auf 34. Seit  der Gründung hatten wir jedes Jahr Erträge. 2013 waren es rund 2,5 Mio. Euro, von denen 980 000 Euro in die städtische Holding und 1,5 Mio. Euro in sachbezogene Rücklagen flossen.

Sind Sie mit dem Resultat nach in 16 Jahren SWB zufrieden?
Zufrieden bin ich nie. Mit mehr Geld und mehr Mitarbeitern hätten wir noch mehr erreichen können. Aber das Geld muss erst verdient werden, wir kriegen nichts geschenkt.

Ist ein bisschen Wehmut da, so kurz vor dem Abschied?
Schon. Ich durfte 16 Jahre lang die Stadt Göttingen mitgestalten und vor allem mit und für die Menschen arbeiten.

Das werden Sie in Ihrer neuen Funktion hoffentlich auch tun.
Ja, aber anders. Ich komme von der praktischen Ebene und wechsele auf die Metaebene, werde Ideengeber, gebe Anstöße. Das operative Geschäft über- nimmt mit Claudia Leuner-Haverich eine tolle Kollegin.

Das Interview führte Hanne-Dore Schumacher

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