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"Großer Photovoltaik-Durchbruch kommt noch"

Rosdorfer Firma Perlutec "Großer Photovoltaik-Durchbruch kommt noch"

Mit der Firma Perlutec, die Photovoltaikanlagen plant und baut, hat sich Sebastian Niebur (36) vor zwei Jahren in Rosdorf selbstständig gemacht. Während viele glauben, dass der Solar-Boom lange vorbei ist, ist der gelernte Industriekaufmann davon überzeugt, dass der große Durchbruch erst noch bevorsteht.

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Sebastian Niebuhr, Chef des Rosdorfer Unternehmens Perlutec.

Quelle: mic

Rosdorf. „Richtig ist, dass das alte Geschäftsmodell zerbrochen ist“, sagt Niebur. Bis vor dreieinhalb Jahren, so der Unternehmer, konnten Hausbesitzer ihre Anlagen über die Einspeisevergütungen refinanzien und so hohe Renditen erwirtschaftet. 2004 habe die Vergütung bei 57,4 Cent pro Kilowattstunde gelegen. Über die Jahre sei sie aber gesunken.

„Dann hat sich die Bundesregierung zu einer kurzfristigen, drastischen Kürzung entschlossen“, berichtet Niebuhr. Mittlerweile betrage die Vergütung nur noch 12,3 Cent pro Kilowattstunde. Viele Firmen seien vom Markt verschwunden. Niebur, der seit zwölf Jahren in der Solarbranche tätig ist, hat diese turbulene Zeit als zweiter Geschäftsführer eines Kasseler Unternehmens mit 220 Mitarbeitern miterlebt.

„Es hat sich aber inzwischen ein neues Geschäftsmodell aufgetan“, betont der gelernte Industriekaufmann. Um es konsequent zu bearbeiten, habe er sich von seinem bisherigen Arbeitgeber getrennt. Privatleute, führt Niebur aus, könnten den Strom heute für zehn Cent pro Kilowattstunde produzieren. Die Energieanbieter verlangten mit 26 bis 28 Cent pro Kilotwattstunde fast das Dreifache. Ein Grund für die niedrigen Kosten bei der Selbstproduktion sei der Preisverfall bei den Solaranlagen. Sie schlagen heute mit einem Viertel von dem zu Buche, was 2004 zu bezahlen gewesen sei.

„Beim Selbstverbrauch besteht die größte Herausforderung darin, dass der Strom nur produziert wird, wenn es hell ist“, sagt Niebur. Speicher seien also notwendig, um auch nachts Strom zu haben. Auf diesem Feld sei viel in Bewegung. Bis vor ein, zwei Jahren lagen vor allem Bleibatterien im Trend. Mittlerweile liegen Lithium-Speicher-Batterien vorne, die sich schneller be- und entladen ließen.

„Zudem lässt sich in modernen Lithium-Ionen-Batterien der mit der Photovoltaikanlage gewonnene Gleichstrom unmittelbar speichern“, berichtet Niebur. Erst wenn der Strom benötigt werde, wandle ihn ein sogenannter Wechselrichter für das Hausnetz in Wechselstrom um. Bei herkömmlichen Systemen müsse der Strom mehrfach transformiert werden, was zu Energieverlusten führe.

„Ein Haushalt kann bis zu 80 Prozent seines Stromsbedarfs selbst decken“, führt Niebur aus. Durch das Speichern verteuere sich der Strom auf 15 Cent pro Kilowattstunde, koste damit aber immer noch nur die Hälfte von dem, was die Energieanbieter verlangten. Und in den kommenden Jahren würden die Energiepreise eher noch steigen. Das überzeuge Kunden. „Wir haben im ersten Quartal 2016 das Fünffache an Anlagen verkauft wie im Vorjahr“, sagt Niebur. Im Juni will er einen vierten Mitarbeiter einstellen.

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