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Ruhstrat GmbH Bovenden entwickelt gasbetriebenen Niedertemperaturofen

Gas macht Karbonfasern günstiger Ruhstrat GmbH Bovenden entwickelt gasbetriebenen Niedertemperaturofen

76 Firmen und Institutionen haben sich um den Innovationspreis 2014 des Landkreises Göttingen beworben. Nicht alle konnten gewinnen, obwohl viele Ideen und Erfindungen einen Preis verdient hätten. Das Tageblatt stellt alle Teilnehmer und ihre Innovationen vor. Heute: Ruhstrat GmbH mit ihrem gasbetriebenen Niedertemperaturofen.

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Ihr neuer Niedertemperaturofen halbiert die Produktionskosten: Ruhstrat-Mitarbeiter Peter Vervoort, Willi Meyer und Matthias Muck (v. l.).

Quelle: Hinzmann

Bovenden. Deutschland ist bei der Entwicklung von Karbonfasern weltweit führend, doch die Produktion rentiert sich aufgrund der hohen Stromkosten nicht.

Abhilfe will die Bovender Ruhstrat GmbH, eine Tochter der Eisenmann-Gruppe, mit einem gasbetriebenen Niedertemperatur-Ofen schaffen. Sie hat mit dem neuen Produkt, dessen Entwicklung 40 Mitarbeiter ein Jahr lang beschäftigte, am Wettbewerb um den Innovationspreis teilgenommen. Die Europäische Union förderte die 364 000 Euro teure Entwicklung zu 25 Prozent.

„Eine Anlage, die im Jahr 2500 Tonnen Karbonfasern mit einer Länge von drei Mio. Kilometern herstellt, hat den Stromverbrauch der Stadt Göttingen“, erläutert Peter Vervoort das Problem. Der Diplom-Ingenieur leitet bei Ruhstrat den Bereich Industrieöfen. Gas ist günstiger und setzt weniger Kohlendioxid frei.

„Die neuen Öfen halbieren die Produktionskosten“

Jedoch lässt sich die 1000 Grad heiße Wärme der Brenner in den drei Meter breiten Öfen weniger gut verteilen als beim Einsatz von Stromheiz-Elementen. Diese Herausforderung bewältigten die Bovender mit speziellen Brennern, der Steuerung und dem Einsatz von Leitblechen.  

„Die neuen Öfen halbieren die Produktionskosten“, berichtet Diplom-Ingenieur Matthias Muck, der technische Leiter. Sie kosten zudem 20 Prozent weniger als die Stromöfen. Damit werden Hersteller in Deutschland mit Wettbewerbern in den USA, Spanien oder China konkurrenzfähig. „Das Interesse von Faserherstellern an unseren Öfen ist groß“, sagt Vervoort.

Bis ein Auftrag erteilt wird, vergeht allerdings Zeit. Planung und Bau einer neuen Produktionsanlage dauert in Deutschland ein, zwei Jahre. Die 250 Meter lange Fertigungsstrecke kostet 35 Mio. Euro. Die Öfen von Ruhstrat, die das Herzstück bilden, kosten 10 Mio. Euro.

Karbonfaserkarossen senken Treibstoffverbrauch

Die Bovender fertigen Karfonfaser-Öfen seit Anfang der 80er Jahre. Zunächst fanden die Fasern, deren Grundstoff Polyacrylnitril ist, nur in der Luft- und Raumfahrtindustrie Verwendung. Sie sind um ein Vielfaches leichter als Stahl und können größere Kräfte aufnehmen. Außerdem lassen sie sich so konstruieren, dass die Werkstücke in einzelnen Bereichen fest, in anderen flexibel sind.

Sinkende Preise erschließen Karbonfasern seit einigen Jahren neue Anwendungsbereiche. Windkraftanlagen aus Karbonfasern benötigen kleinere Fundamente. Die Rotoren lassen sich leichter in Bewegung setzen. In der Automobilindustrie senken Karbonfaserkarossen den Treibstoffverbrauch. Leichte Fahrradrahmen machen Räder schneller.   

Die Firma Ruhstrat, die auch in anderen Bereichen wie dem Transformatorenbau tätig ist, beschäftigt 130 Mitarbeiter.

Von Michael Caspar

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