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„Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“

Interview mit SNIC-Leiterin Mascha Albrecht „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“

Seit August leitet Mascha Albrecht die Geschäftsstelle des Südniedersachsen Innovationscampus (SNIC). Das komplexe Projekt befindet sich zwar noch mitten im Aufbau, doch werden bereits auf verschiedenen Ebenen Aktivitäten sichtbar, welche die Wirtschaftsregion Südniedersachsen voranbringen sollen.

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Mascha Albrecht hat im August die Leitung der SNIC-Geschäftsstelle übernommen.

Quelle: NR

Wie weit ist der Aufbau des Südniedersachsen Innovationscampus vorangeschritten?

Bereits aktiv ist der Bereich Wissenstransfer und Fachkräftebindung. Da gibt es die ersten Exkursionen zu regionalen Unternehmen und Ende November findet eine eHealth-Lounge mit verschiedenen Partnern statt. Im Februar ist ein Innovationsforum in Holzminden zum Thema Digitalisierung geplant. Auch die Innovationsakademie arbeitet schon seit ein paar Monaten unter Volldampf. Es gibt erste Entwürfe für ein hochschulübergreifendes Innovationszertifikat, das ab 2018 in die Lehrpläne integriert werden soll. Die Technologieberatung ist Mitte Oktober gestartet. Für das Innovationsscouting und die Gründungsunterstützung an den Hochschulen warten wir jedoch noch auf die Mittelbewilligung, aber ich rechne damit in den nächsten Wochen.

Welche Erfahrungen haben Sie bislang mit Unternehmen und den Hochschulen gemacht?

Beide Seiten haben ein breites Interesse an Kooperation und sind neugierig. Durch das Engagement der IHK-Geschäftsstelle haben wir inzwischen auch 21 Unternehmen als Förderpartner gewinnen können, die sich finanziell einbringen. Mit ihnen sprechen wir über die Weiterentwicklung des SNIC. Auch mit den Hochschulen klappt die Zusammenarbeit sehr gut. Allerdings ist bei ihnen die Ausgangssituation unterschiedlich. Es sind etwa mehr angewandte Abschlussarbeiten geplant – an der HAWK ist das normal, an der Universität Göttingen können wir das noch verstärken. Da muss man zum Mitmachen motivieren.

Wie wollen Sie in Sachen Technologietransfer Wissenschaftler und Unternehmer motivieren, aufeinander zuzugehen?

Wir möchten mit dem SNIC vor allem kleine und mittelständische Unternehmen ansprechen, die noch keine Erfahrung mit Hochschulkooperationen haben. Dafür sind niedrigschwellige Formate vorgesehen, mit denen Wissenschaftler in ganz kurzen Beiträgen ihre Ergebnisse vortragen und sich anschließend mit Unternehmern austauschen. Die Technologieberater werden zudem eigeninitiativ auf Unternehmen zugehen. Für einzelne Lehrstühle wird es interessant, weil dadurch Drittmittel generiert werden. Und aus diesen Innovationsprozessen können ja auch Publikationen entstehen.

Es gibt Tausende von Unternehmen in Südniedersachsen und eine grundsätzlich große Nachfrage nach Technologieberatung – aber nur vier Berater. Wie werden Unternehmensanfragen priorisiert?

Die Beratung ist ein offenes Angebot und es gilt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Für die Beratung wurden zunächst 600 Tagewerke beantragt. Wenn man von zwei Terminen pro Tag ausgeht, sind das 1200 Gespräche. Mit der Wirego Wirtschaftsförderung Region Goslar, welche die Technologieberatung durchführt, haben wir zudem einen erfahrenen Partner gewonnen, der über die Zusammenarbeit mit den Innovationsscouts weitere Synergien schaffen kann. Sollte der Bedarf dennoch höher sein, werden wir alles dafür tun, das Angebot auszuweiten.

Technologieberatung ist ein langfristiges Projekt: Vertrauen aufbauen, Defizite oder Bedarfe in den Firmen identifizieren, Partner finden. Wie langwierig kann so ein Beratungsprozess ausfallen?

Das ist einzelfallabhängig. Wenn ein Unternehmen schon eine konkrete Fragestellung hat, kann der Technologieberater gleich auf die Innovationsscouts zugehen und versuchen, schnell eine Kooperation ins Leben zu rufen. Wenn aber in den Aufschlussgesprächen erst der Bedarf ermittelt werden muss, dann ist das mittelfristiger anzulegen. Aber Technologieberatung ist je keine Einbahnstraße. Auch die Scouts sollen mit möglicherweise verwertbarem Wissen an die Berater herantreten, um das in die Unternehmen zu tragen.

Was ist der SNC?

Er soll das Scharnier zwischen Wirtschaft und Wissenschaft in der Region werden: der Südniedersachsen Innovationscampus, kurz SNIC. An dem komplexen Projekt sind von Goslar bis Göttingen alle Landkreise, die Stadt Göttingen, Wirtschaftsförderungen, alle vier Hochschulen und viele Unternehmen beteiligt. Der SNIV verfolgt das Ziel, die wirtschaftliche Dynamik in der Region durch Technologietransfer zu verstärken.

Konkret gibt es drei Arbeitsbereiche, die ineinandergreifen sollen:

  • Wissenstransfer und Fachkräftebindung: Veranstaltungen, auf denen sich Wissenschaftler, Absolventen und Unternehmer niedrigschwellig begegnen können. So sollen Ideen kommuniziert und Kontakte hergestellt werden.
  • Technologieberatung und Innovationsscouting: Berater sondieren mit Unternehmen den Bedarf für Innovationen; die Scouts suchen an den Hochschulen nach Forschungsansätzen, die sich wirtschaftlich vermarkten lassen. Scouts und Berater stehen im engen Austausch, um den Know-how-Fluss in die Wirtschaft zu ermöglichen.
  • Innovationsakademie und Gründung: Aufbau von Lehrveranstaltungen, um Studenten und Mitarbeitern Basiswissen zur Unternehmensgründung zu vermitteln und bei Gründungsvorhaben zu unterstützen.

In der SNIC-Geschäftsstelle laufen die verschiedenen Fäden zusammen.

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