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Säumige Zahler treiben Baufirmen in Insolvenz

Creditreform kritisiert öffentliche Hand Säumige Zahler treiben Baufirmen in Insolvenz

„Vor allem Bauunternehmen geraten durch Außenstände leicht in die Zahlungsunfähigkeit“, warnt Christian Frölich, Obermeister der Bau-Innung Südniedersachsen. Viele Firmen finanzierten das auf dem Bau eingesetzte Material über Kontokorrentkredite vor.

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Quelle: CH (Symbolbild)

Göttingen. „Die Kreditzinsen liegen derzeit bei acht Prozent, da ist die Umsatzrendite von zwei bis drei Prozent bei Außenständen rasch aufgezehrt“, führt der Rosdorfer Bauunternehmer aus. Müsse der Firmenchef länger warten, zahle er drauf oder könne am Ende selbst seine Rechnungen nicht mehr begleichen. Abhilfe schafften Abschlagszahlungen.

 

Besonders unangenehm als säumiger Zahler fällt nach einer Erhebung des Verbands der Vereine Creditreform „seit Jahren“ die öffentliche Hand auf. Sie lasse derzeit jeden vierten Unternehmer des Bauhandwerks drei Monate auf sein Geld warten. Das habe eine Befragung von 820 Firmen ergeben.

Zahlungsmoral in der Region unauffällig

„Wir arbeiten viel für öffentliche Auftraggeber, warten aber nur selten derart lange auf unser Geld“, meint dazu Helmut Kagelmann, der Geschäftsführer des Obernjesaer Baugeschäfts Ziegenhorn. Und Obermeister Frölich sagt: „Die Gemeinde Rosdorf bezahlt unsere Rechnungen innerhalb von 14 Tagen.“ Auch bei der Stadt und dem Landkreis Göttingen sei die Zahlungsmoral seines Wissens nach „gut“.

 

„Wichtig ist allerdings die Vorlage vollständiger Schlussrechnungen“, betont der Obermeister. Die Aufmaße und Leistungsnachweise, die ein Unternehmer vorlege, müssten lückenlos sein. Anderenfalls drohe Streit.

 

Zu einer engen Abstimmung mit dem Bauherren während der Bauzeit rät Rechtsanwalt Christoph Sachse von der Kreishandwerkerschaft. „Streitigkeiten vor Gericht dauern ihre Zeit, machen teure Gutachten notwendig und enden am Ende oft mit einem Vergleich“, gibt er zu bedenken.

„Säumige Zahler gibt es auch bei Privatkunden“

Das Problem mit der öffentlichen Hand sieht Frölich eher bei den Ausschreibungen. Unternehmer müssten immer mehr Dinge, etwa hinsichtlich von Qualifikationen, nachweisen, um überhaupt als potenzieller Auftragnehmer in Frage zu kommen.

 

Und Frölich betont: „Säumige Zahler gibt es auch bei Privatkunden.“ Ein ihm bekannter Malermeister arbeite nicht mehr für Private, weil es „nach hinten raus“ immer „schwierig“ werde. Und Geschäftsführer Kagelmann erzählt von Privatkunden, die erst nach vier Wochen einzelne Posten der Rechnung reklamierten.

 

„Firmenkunden sind allerdings auch nicht einfach“, stellt Kagelmann klar. Große Unternehmen bestellten nach einer Ausschreibung die Baufirmen zu Vergabegesprächen ein und versuchten den Preis zu drücken. Manche würden Zahlungsziele von drei Monaten durchsetzen.

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